3.13 Hatzenport an der Mosel Burg Bischofstein Jahreskalender Pfalzgraf Mittelalter Ausoniusstein Kloster Eifel Kreuzigung Moselweiß Kirchberg Lasserg Moselsürsch Kronleuchter Kreuzlay Bau Burgen Jahrhundert Eltz Fährturm Burgruine Kreuzigungsbild 

3.13 Hatzenport an der Mosel

Hatzenport ist ein kleines Weindorf mit ca. 700 Einwohnern am linken Moselufer 26 km nordöstlich von Cochem an der Mosel und 30 km südwestlich von Koblenz an Rhein und Mosel. Die Mosel legt von Hatzenport bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 29 km zurück. Hatzenport ist mit dem Bus oder dem Pkw über die B 416 erreichbar und hat eine Bahnstation.

Bahnstationen an der Moselstrecke sind: Koblenz Hbf | Koblenz-Moselweiß | Güls (Kr Koblenz) | Winningen (Mosel) | Kobern-Gondorf | Lehmen | Kattenes | Löf | Hatzenport | Moselkern | Müden (Mosel) | Treis-Karden | Pommern (Mosel) | Klotten | Cochem (Mosel) | Ediger-Eller | Neef | Bullay (DB) | Bengel | Ürzig (DB) | Wittlich Hbf | Salmrohr | Sehlem (Kr Wittlich) | Hetzerath | Föhren | Schweich (DB) | Quint | Ehrang Ort | Ehrang | Trier/Mäusheckerweg | Pfalzel | Trier Hbf .

Verwaltungsmäßig gehört Hatzenport zur Verbandsgemeinde Untermosel mit Sitz in Kobern-Gondorf und zum Kreis Mayen-Koblenz. Seit Ende der 1960er Jahre war Hatzenport über längere Zeit ein Ortsteil der Gemeinde Löf, ist jedoch heute wieder selbständig.

Hatzenport liegt am Fuße steiler Weinberghänge mit den Weinlagen "Hatzenporter Kirchberg", "Stolzenberg" und "Burg Bischofstein". Sie gehören zur Großlage "Weinhex", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Burgen, Brodenbach, Löf, Alken, Kattenes, Oberfell, Lehmen, Niederfell, Kobern-Gondorf, Dieblich, Winningen, Koblenz-Lay und Koblenz-Güls gehören.
Zwischen den Weinbergen ragt auf einem Felsvorsprung eine spätgotische Kirche heraus. Sie gehört neben der neueren Pfarrkirche im Ort, einem Fährturm am Moselufer und dem ehemaligen Pfarrhaus zu den Hauptsehenswüdigkeiten Hatzenports. Der Fährturm diente zur Fixierung des Fährseils.
Das ehemalige Pfarrhaus in der Oberstraße 1, ein barockes Wohnhaus, wurde nach einem Dorfbrand um das Jahr 1750 wieder aufgebaut. Als Pfarrhaus genutzt wurde das Gebäude bis 1911. Später wurde eine Kelterei angebaut.
Daß Hatzenport auch Weinort ist, daran erinnert ein stubengroßes Weinfaß in der Moseluferstraße mit prächtigen Schnitzereien.
Verläßt man Hatzenport in Richtung Cochem, entdeckt man über den Weinbergen die Burgruine Bischofstein, die jedoch nicht besichtigt werden kann.

Zur Geschichte

Funde römischer Münzen und von Grabmalresten aus dem 2. Jahrhundert belegen, daß schon zur Römerzeit in Hatzenport eine Siedlung bestand. Der Name des Ortes geht zurück auf den Erzbischof von Trier Hatto (?), der im 9. Jahrhundert an dieser Stelle im Felsgestein einen Durchbruch zur Burg Eltz schaffen ließ. Aus der lateinischen Bezeichnung Hattonis porta (Tor Hattos) entstand dann im Laufe der Zeit der Ortsname Hatzenport. Die älteste urkundliche Erwähnung Hatzenports stammt aus dem Jahre 1135.

Im Jahre 950 legte in Hatzenport ein Schiff mit den Reliquien des hl. Severus an. Diese wurden von hier aus in einer feierlichen Prozession in das Martinsmünster in Münstermaifeld überführt.

Verschiedene Stifte und Klöster besaßen im Mittelalter Güter in Hatzenport, darunter das Kloster St. Maximin in Trier, das Stift Münstermaifeld, das Kloster Himmerod und das Kloster St. Pantaleon in Köln. Bis 1360 hatte auch Pfalzgraf Ruprecht I. eine Vogtei zu Hatzenport.

Alte Pfarrkirche St. Johannes

In herrlicher Lage über der Mosel am steilen Berghang bei Hatzenport erhebt sich über eine mächtige Stützmauer hinweg, umgeben von Rebhängen, Gesträuch, Wildblumen und Efeugerank der spätgotische Bau der kleinen Johanniskirche.
Der ungegliederte Westturm wird bekrönt durch einen achtseitigen Helm mit vier zierlichen Nebenhelmen. Der Turmhelm steht im interessanten Kontrast zum helmartig hochgezogenen Dach des Chors. An den kreuzrippengewölbten Chor schließen sich zwei Nebenräume an, südlich die Sakristei und nördlich ein kleiner Erweiterungsbau. Das Kirchenschiff mit flacher Decke und Maßwerkfenstern ist relativ kurz.

Besonders sehenswert ist eine vorzügliche Glasmalerei aus dem 15. Jahrhundert. Zu erkennen  ist ein zweigeteiltes Kreuzigungsbild, über dem sich das von Engeln umgebene Haupt Christi befindet. Beachtenswert sind auch zwei Wappenscheiben aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die Mensa des Hochaltars ist gotisch, während der Altaraufsatz aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die Seitenaltaraufsätze stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Etwa gleichen Alters sind auch der achtseitige, schmiedeeiserne Kronleuchter und die Steinkanzel. Der pokalförmige Taufstein ist auf das Jahr 1560 datiert. Älter noch ist eine Figur des Kirchenpatrons Johannes der Evangelist. Ältestes Ausstattungsstück der Kirche aber dürfte ein kleines Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert sein.

Auf dem Friedhof bei der Johanniskirche befindet sich spätgotisches Kapellchen in Form eines Sakramentshäuschens. Auf dem Friedhof selbst sind jahrhundertealte Grabkreuze zu sehen.

Pfarrkirche St. Rochus

Die neue katholische Pfarrkirche St. Rochus im Ort wurde erst in den Jahren 1869/1870 im neugotischen Stil erbaut. 1910 wurde der Bau erweitert. Zu den wertvollsten Ausstattungsstücken gehören ein Bildnis der Schwarzen Madonna, ein Vesperbild (Ende des 15. Jahrhunderts) und eine etwa gleichalte Figur, die Johannes den Evangelisten darstellt. Die Figur ist der alten Pfarrkirche entnommen. Die Figur des Kirchenpatrons St. Rochus stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Drei Chorfenster der Kirche wurden vom Preußenkönig Wilhelm I. (* 1797, † 1888) gestiftet.

Vorläuferin der Pfarrkirche St. Rochus war eine Pestkapelle. Sie wurde zur Abwendung der Epidemie errichtet, die Hatzenport in den Jahren 1627 bis 1632 heimsuchte. Geweiht wurde die Kapelle dem hl. Rochus. Mit dem Bau der Kapelle wurde auch eine St.-Rochus-Bruderschaft gegründet.

Tourismusangebote

Hatzenport ist ein attraktiver Urlaubsort für Camper und Wassersportler. Der Campingplatz liegt auf einer Insel, die über einen Fahrdamm zu erreichen ist. 
Wanderer kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Hatzenport verfügt über ein markiertes Wanderwegenetz, auf dem man die Schönheiten der Mosellandschaft erkunden kann. Eine ausgiebige Tageswanderung von 24 km führt von Hatzenport über Münstermaifeld in der Eifel und Burg Eltz nach Moselkern

Zwischen Trier und Koblenz verläuft auch der Moselhöhenweg, der durch ein "M" markiert ist. Die Route führt auf beiden Seiten der Mosel sowohl durch den Hunsrück als auch durch die Eifel. Höhepunkte der einzelnen Etappen sind die zahlreichen Burgen und Burgruinen an der Mosel sowie herrliche Aussichtspunkte auf das windungsreiche Moseltal und die romantischen Moselorte. Als Tagesetappen vom Moselhöhenweg auf der Eifelseite empfehlen sich folgende Strecken von Hatzenport aus:

Hatzenport – Treis-Karden (ca. 13 km)
Hatzenport – LehmenKobern-Gondorf (ca. 18 km)

Der Moselhöhenweg von Hatzenport nach Treis-Karden führt zunächst nach Lasserg. Dabei passiert man Burg Bischofstein gegenüber von Burgen. Von dort wandert man vorwiegend durch offene Landschaft bis zur Burg Eltz. Im Elzbachtal überschreitet man eine Brücke, bevor es aufwärts in Richtung Forsthaus Rotherhof geht. Kurz vor Treis-Karden besteht beim Aussichtspunkt Wolfgangsruh die Möglichkeit, die schöne Aussicht auf das Moseltal zu genießen. Dort befindet sich auch eine Schutzhütte.

Der Moselhöhenweg von Hatzenport nach Kobern-Gondorf führt zunächst durch den Ort über die Kreisstraße und dann in Serpentinen durch Waldgebiet zum Aussichtspunkt Kreuzlay. Von dort geht es vorwiegend durch offene Landschaft bis nach Moselsürsch, einem Ortsteil von Lehmen. Biegt man am Ortseingang gleich rechts ab, so erreicht man nach wenigen hundert Metern den Aussichtspunkt Ausoniusstein oberhalb von Kattenes. Die weitere Wanderung führt hauptsächlich am Waldrand vorbei, bis der Abstieg nach Lehmen beginnt. Ab dort verläuft der letzte Streckenabschnitt bis Kobern-Gondorf am Moselufer entlang.

Reizvoll sind auch Ausflüge mit dem Fahrrad durch das romantische Moseltal. Von Hatzenport aus führt der Mosel-Fahrradweg flußaufwärts vorbei an der Burg Bischofstein nach Moselkern, Müden, Treis-Karden und darüber hinaus, flußabwärts in Richtung Löf, Kattenes, Lehmen und Kobern-Gondorf.

Die wichtigsten Feste im Jahreskalender sind die Hatzenporter Sommersonnenwende Mitte Juni, das Winzerfest und Heimatfest Ende Juli und die St.-Rochus-Kirmes Ende August.

Moselschifffahrt auf der Untermosel zwischen Cochem und Koblenz

  1. s506kdrs Linienschifffahrt Moselschifffahrt Koblenz-Cochem Koblenz (Rhein), Koblenz-Moselweiß, Winningen, Kobern-Gondorf (Ortsteil Kobern), Schleuse Lehmen, Alken, Brodenbach, Moselkern, Schleuse Müden, Treis-Karden (Ortsteil Treis) und Cochem.
  2. s563arei Linienschifffahrt Untermosel ab Brodenbach und Alken Oberfell, Kattenes, Alken, Löf und Brodenbach.
  3. s563arei Tagesfahrt auf der Untermosel moselaufwärts nach Cochem von Oberfell, Kattenes, Alken, Löf, Brodenbach, Hatzenport, Burgen oder Moselkern nach Cochem
  4. s563arei Tagesfahrt auf der Untermosel moselabwärts nach Koblenz von Brodenbach, Löf, Alken, Kattenes, Oberfell, Kobern-Gondorf, Dieblich, Winningen oder Koblenz-Güls nach Koblenz

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Schiffsanlegestellen der Moselschifffahrt bzw. Schleusen zwischen Cochem und Koblenz: Cochem | Klotten | Pommern | Treis-Karden | Schleuse Müden | Müden | Moselkern | Burgen | Hatzenport | Brodenbach | Löf | Alken | Kattenes | Oberfell | Lehmen | Schleuse Lehmen | Niederfell | Kobern-Gondorf | Dieblich | Winningen | Koblenz-Lay | Koblenz-Güls | Koblenz-Moselweiss | Koblenz-Metternich | Schleuse Koblenz | Koblenz

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Moseltouren Ein Internet-Reiseführer

 

 

.

Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

3.01 Cochem
3.01a Stadtrundgang durch Cochem

3.02 Reichsburg bei Cochem
3.02a Burgruine Winneburg bei Cochem
3.02b Kapuzinerkloster bei Cochem
3.03 Klotten
3.04 Burgruine Coraidelstein
3.05 Pommern
3.06 Treis-Karden
3.07 Müden
3.08 Burg Eltz
3.09 Moselkern
3.10 Burg Pyrmont
3.11 Burgen
3.12 Burg Bischofstein
3.13 Hatzenport
3.14 Brodenbach
3.15 Ehrenburg
3.16 Löf
3.17 Alken
3.18 Burgruine Thurandt
3.19 Kattenes
3.20 Oberfell
3.21 Lehmen
3.22 Niederfell
3.23 Kobern-Gondorf
3.24 Dieblich
3.25 Winningen
3.26 Koblenz-Lay
3.27 Koblenz-Güls
3.28 Koblenz-Moselweiss
3.29 Koblenz-Metternich
3.30 Koblenz 
3.30a Festung Ehrenbreitstein
3.30b Deutsches Eck
3.30c Alte Moselbrücke Deutschherrenhaus Alte Burg
3.30d Stiftskirche St. Kastor
3.30e Stiftskirche St. Florin
3.30f Liebfrauenkirche
3.30g Mittelrheinmuseum
3.30h Kurfürstliches Schloss Theater
3.30i Herz-Jesu-Kirche Christuskirche
3.30j Rheinmuseum Dikasterialgebäude

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

Bernkastel-Kues

 

© 2000-2014 www.moseltouren.de Wilhelm Hermann, D-55430 Oberwesel, Liebfrauenstr. 41.
Alle Rechte vorbehalten. Änderungen vorbehalten. Ohne Gewähr. Stand: Wednesday, 16. April 2014 -
URL dieser Seite: http://moseltouren.de/3-cochem-koblenz/3-13-hatzenport/index.html