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3.30d Ehemalige Stiftskirche St. Kastor in Koblenz an Rhein und Mosel

Nur wenige Schritte vom Deutschen Eck entfernt steht die ehemalige Stiftskirche und heutige Pfarrkirche St. Kastor. Den schönsten Anblick bietet das Gotteshaus vom Blumenhof beim Deutschherrenhaus aus. Umrahmt von Grün und begrenzt von den Resten der ehemaligen Stadtbefestigung erhebt sich die Kirche mit ihren schlanken Chortürmen zwischen Rhein und Mosel.
Auf dem Vorplatz der Kirche steht ein Brunnen aus Basaltquadern mit geschichtlicher Bedeutung. Hier ließ der französische Präfekt Jules Doazan zur Erinnerung an den Rußlandfeldzug Napoleons etwas voreilig diesen Brunnen wegen dessen siegreichen Ausgangs errichten. Als dieser Feldzug jedoch unerwartet mit einer Niederlage endete und Koblenz von Preußen und Russen befreit wurde, ließ der russische Stadtkommandant den Brunnen humorvoll mit den Worten "Gesehen und genehmigt" in französischer Sprache am 01.01.1814 versehen.

Zur Geschichte

Die Stiftskirche St. Kastor wurde ab 817 unter Erzbischof Hetti von Trier (Erzbischof 814, † 27. Mai 847) mit Unterstützung Kaiser Ludwigs des Frommen erbaut und 836 im Beisein des Kaisers geweiht. Am Tag zuvor waren die Gebeine des hl. Kastor, der in Treis-Karden gewirkt hatte und dort bestattet war, hierhin überführt worden. Wohl gleichzeitig mit dem Baubeginn der Kirche war auch das Stift gegründet worden. Die erste Kastorkirche war ein Saalbau mit rechteckigem Chorabschluß. Schon wenige Jahre nach seiner Fertigstellung war das Gotteshaus Schauplatz politischer Entscheidungen von großer Tragweite. 842 trafen sich hier die drei Söhne Ludwigs des Frommen und 110 Gesandte, um über die Teilung des Frankenreichs zu beraten. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte war St. Kastor ein Ort wichtiger Versammlungen.

Die Kastorkirche wurde noch im 9. Jahrhundert um ein Querhaus mit halbkreisförmiger Apsis erweitert. Im 10. Jahrhundert wurden die beiden Seitenschiffe angefügt. Um 1050 zog man die erstaunlich einheitlich wirkende Westfassade hoch. Nach einem Brand im Jahre 1147 mußte das Chorhaupt erneuert werden. Gut dreißig Jahre später wurden die fünfgeschossigen Westtürme um ein sechstes Geschoß erhöht. Ein völliger Neubau des Langhauses wurde notwendig, nachdem die Kirche 1198 im Krieg zwischen Philipp von Schwaben und König Otto IV. schwer zerstört worden war. Am 27. Juli 1208 wurde die Stiftskirche ein zweites Mal geweiht. 1230 erhielten die Westtürme ein siebtes Geschoß. Der Ostchor der Kirche wurde 1495 bis 1499 eingewölbt.

Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das Gotteshaus eine neue Umgestaltungsphase im Innern. Das Äußere erhielt zwischen 1890 und 1894 sein endgültiges heutiges Aussehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kastorkirche schwer zerstört, jedoch später wieder aufgebaut und prächtig restauriert. 1992 erhob Papst Johannes Paul II. die Kastorkirche zur Basilika.

Der Kirchenbau

Die Kastorkirche ist eine dreischiffige Hallenkirche mit Chor, Apsis und Querhaus sowie zwei wuchtigen Westtürmen und zwei schlankeren Osttürmen. Die hoch aufragenden Westtürme sind durch breite Eck- und schmale Mittelpilaster gegliedert. Das vierte und fünfte Geschoß der Zwillingstürme ist auf jeder Seite mit vier gekuppelten kleineren Schallarkaden, das sechste mit größeren Bogenöffnungen versehen. Die Wucht der Fassadentürme wird durch die hohen Dachgiebel und die spitzen Rautendächer noch gesteigert. An den äußeren Seitenwänden der Untergeschosse befinden sich halbrunde Treppenaufgänge. In den Verbindungsbau der beiden Fassadentürme ist das Westportal integriert. In der Nische darüber erkennt man die Figur des hl. Kastor. 

Die basilikale Schlichtheit des Langhauses stellt einen Gegensatz zu den wuchtigen Westürmen dar. Die Seitenschiffe sind durch Lisenen und Rundbogenfriese gegliedert. Ein prachtvolles Bild bieten die Ostteile des Querhauses mit der zweigeschossigen Apsis. Im Kontrast dazu stehen die schlanken fünfgeschossigen Chortürme. Die Breite des Chors wirkt außen durch die emporragenden Osttürme nicht so auffällig wie im Innern. Überspannt ist der Chor von einem Kreuzgewölbe. Das Netzgewölbe des ursprünglich flachgedeckten Mittelschiffes ruht auf romanischen Pfeilern. An den Blendbögen oberhalb der Gewölbe sind spätromanische Wandmalereien erhalten. In der Apsis ist eine Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem Jahre 1849 zu sehen. 

Ausstattung

Beim Eintritt in die Kirche St. Kastor findet man zu beiden Seiten zwei weiße Marmorfiguren, die möglicherweise die Heiligen Joachim und Anna darstellen. Besonders kunstvoll ist der mächtige Hochaltar mit einem prächtigen Bronzekruzifx, der den Chorraum beherrscht. An der linken Chorwand ist das Grabmal des Erzbischofs Kuno von Falkenstein († 1388) und gegenüber das seines Nachfolgers Werner von Königstein († 1418) zu sehen. 

Ähnlich kunstvoll wie der Hochaltar präsentiert sich die reich verzierte Kanzel. Erwähnenswert sind auch das Marmorkruzifix von 1709 im rechten Seitenaltaraufsatz, der Taufstein aus rotem Marmor (18. Jahrhundert), ein Gnadenbild aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, 16 halbfigurige Darstellungen der 12 Apostel, Jesu Christi, der Muttergottes, des hl. Kastor und der seligen Rizza aus der Zeit um 1480 sowie zwei Gemälde mit Darstellungen der Heiligen Kastor und Goar. Außer den beiden Chorgrabdenkmälern befinden sich weitere im Langhaus, darunter das des Ritters Johann von Schönborn aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und das Epitaph des Dechanten Maternus Gillenfeld († 1609). 
Die Kirche St. Kastor kann täglich von 9 bis 18 Uhr besichtigt werden.

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