2.20 Bullay an der Mosel Kloster Marienburg Wappen Personenfähre Campingplatz Isaaks Opferung Saufbähnchen Gymnich Hochzeitsfeier Alf Kröv Zeltingen Beissel Koblenz Graf Moseltalbahn Brücke Cochem Camp Stadtwappen Wanderung Fahrplan Burg Landshut Wittlich Sehlem Fähre Schiffsrundfahrten Wanderwege Landenberg Eulenköpfchen Eller Schleuse Jephta Neef Löwengrube Schloss Weinfass Eisenbahnbrücke Motorboot Trier Potiphar Zandt Aussichtspunkt Bernkastel Reil Weltkrieg Mittelmosel Ediger Schiffstour Eifel Kinderspielplatz Krone Pfarrvikarie Bahnverbindungen Nehren Lay Jahrhundert Weinberg Traben-Trarbach Hunsrück Hbf kirchliche Wolf Umgebung Angeln Rhein Tür Geschichte Gefechte Enkirch Moselschleife Moselfähre ehemaliges Reichsstadt

2.20 Bullay

Bullay mit rund 1500 Einwohnern liegt rechtsseitig der Mosel am Ende der großen Schleife um den Zeller Hamm. Hier mündet der aus dem Hunsrück kommende Thalbach in die Mosel. Ca. 51 km beträgt der Fahrtweg nach Bernkastel-Kues und ca. 32 km nach Cochem. Verwaltungsmäßig gehört Bullay zur Verbandsgemeinde Zell im Landkreis Cochem-Zell. Die Mosel legt von Bullay bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 82 km zurück. Mit Alf auf der gegenüberliegenden Moselseite ist Bullay durch eine Brücke verbunden. Sie ist die einzige kombinierte Straßenbrücke und Eisenbahnbrücke in Deutschland und führt doppelstöckig über die Mosel. Ein kleines Motorboot transportiert zusätzlich als Personenfähre Fahrgäste von einem Ufer zum anderen. Am jenseitigen Ufer verläuft auch die Bundesstraße 49.

Günstig sieht es in Bullay auch in Bezug auf Bahnverbindungen aus. Der Ort verfügt mit seiner Bahnstation an der Strecke KoblenzTrier über eine Anbindung an das Interregionetz. Bei Bullay verläßt die Trasse, aus Koblenz kommend, das Moseltal und führt weiter durch die Eifel über Wittlich in Richtung Trier.

Bahnstationen an der Moselstrecke sind: Koblenz Hbf | Koblenz-Moselweiß | Güls (Kr Koblenz) | Winningen (Mosel) | Kobern-Gondorf | Lehmen | Kattenes | Löf | Hatzenport | Moselkern | Müden (Mosel) | Treis-Karden | Pommern (Mosel) | Klotten | Cochem (Mosel) | Ediger-Eller | Neef | Bullay (DB) | Bengel | Ürzig (DB) | Wittlich Hbf | Salmrohr | Sehlem (Kr Wittlich) | Hetzerath | Föhren | Schweich (DB) | Quint | Ehrang Ort | Ehrang | Trier/Mäusheckerweg | Pfalzel | Trier Hbf .

Als Endstation der alten Moseltalbahn, auch Saufbähnchen genannt, die früher von Trier aus 102 km lang rechts der Mosel entlang von 38 Bahnhöfen nach Bullay verlief, war der Ort von 1905 bis 1962 sogar ein echter Eisenbahnknotenpunkt.

Bullay präsentiert sich als attraktiver Fremdenverkehrsort mit hervorragender Infrastruktur, guten Einkaufsmöglichkeiten und einem vielseitigen gastronomischen Angebot, aber auch mit dem Charme eines alten Winzerdorfes. Die Uferpromenade an der Mosel lädt zu erholsamen Spaziergängen oder zur Rast ein. Nicht zuletzt ist die mehrfache Auszeichnung beim Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" eine hervorragende Werbung für den Ferienort und Weinort.

Erwähnenswert ist auch das Stadtwappen von Bullay. Es setzt sich aus Wappen bzw. Teilwappen verschiedener Geschlechter zusammen. Das Feld links oben repräsentiert das Wappen derer von Metzenhausen. Es zeigt einen silbernen Maueranker auf schwarzem Grund. Das Feld rechts oben füllt das Wappen der Beissel von Gymnich aus. Man erkennt auf silbernem Grund ein rotes Balkenkreuz, oben belegt mit einem schwarzen Turnierkragen. Der rote Löwe mit Krone auf silbernem Grund im Feld links unten stellt das Teilwappen derer von Zandt dar. Im Feld rechts unten sind schließlich drei silberne Ringe auf schwarzem Grund zu sehen. Dabei handelt es sich um das umgewandelte Wappen derer von Landenberg.

Die Reben der Bullayer Moselweine reifen in den Weinlagen "Graf Beissel Herrenberg", "Sonneck", "Kroneberg", "Kirchweingarten" und "Brautrock", wobei letztere wohl die bekannteste ist. Sie gehören zur Großlage "Grafschaft", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Alf, St. Aldegund, Neef, Bremm, Ediger-Eller und Nehren gehören.

Der Entstehung des Namens "Brautrock" liegt eine Geschichte zugrunde. Ein Graf soll seinen Weinberg verpfändet haben, um die Brautausstattung samt Brautrock für seine zukünftige Schwiegertochter finanzieren zu können. Der wohlhabende Vater der Braut stattete jedoch seine Tochter selbst aus und schenkte bei der Hochzeitsfeier in einer goßzügigen Geste den Weinberg an seinen Schwiegersohn zurück. Allerdings stellte er die Bedingung, daß sämtliche Erträge daraus seiner Tochter zukommen sollten. An die Geschichte mit dem Brautrock erinnert ein Denkmal auf dem Dorfbrunnen von Bullay.

Eine weitere Sage erzählt von drei Zechern, die 1360 in Bullay während der Kirchweih in einer Gesellschaft von Rittern auf dem Hof des Zandt von Merl weilten. Als einige Edelmänner ihre Trinkfestigkeit beweisen wollten, sprang plötzlich der Feldhauptmann Friedrich von Hattstein auf, nahm das an der Tür liegende Weinfaß auf und setzte es an den Mund. Zwei Ritter aus Neef und St. Aldegund wollten dem nicht nachstehen und ließen sich ebenfalls je ein Weinfaß bringen. Unter dem Beifall der staunenden Menge leerten alle drei den Inhalt, bis einer nach dem anderen unter den Tisch und in den wohlverdienten Schlaf sank.

Zur Geschichte

Die Namensendung -lay in Bullay ist keltischen Ursprungs und bedeutet soviel wie Stein, Fels, Schieferfels. In jedem Fall war der Ort eine römische Siedlung. Darauf weisen zahlreiche römische Gräberfunde und andere Funde im Ort und der Umgebung hin. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Bullay im Jahre 1150. Als einziger Ort in der Region erlangte es den Status einer freien Reichsstadt mit eigener Gerichtsbarkeit, eigenen Gesetzen und eigenem Volksbrauchtum. Bullay war damit weder vom Kurfürsten von Trier noch sonst irgendeinem Territorialherrscher abhängig.

Bereits um 1220 wurde im Verzeichnis der erzbischöflichen Rechte eine Kapelle in Bullay aufgeführt. Der Ort war Sitz einer Pfarrvikarie, besaß damit eine gewisse kirchliche Selbständigkeit, war aber keine eigene Pfarrei. Diesen Status hatte Bullay erstmals vorübergehend im 15. Jahrhundert und ein zweites Mal zwischen dem frühen 17. Jahrhundert und 1804 inne. Während der Zugehörigkeit zum Bistum Aachen (1802 bis 1824) war Bullay ab 1804 eine Filiale von Neef und ab 1808 von Merl. Endgültig selbständige Pfarrei ist Bullay seit 1900.

Aufgrund seiner zentralen Lage war Bullay im Zweiten Weltkrieg Ziel massiver Bombenangriffe durch die Alliierten. Auch am Boden wurde erbittert gekämpft. Beide Moselufer waren zum Kriegsende Schauplatz schwerer Gefechte.

Pfarrkirche St. Maria Magdalena

Die katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena wurde in den Jahren 1871 bis 1873 errichtet und 1936 erweitert. Der Kirchturm wurde 1932 verändert. Ein spätgotischer Vorgängerbau befand sich an anderer Stelle. Von ihm wurden an Ausstattungsstücken der Seitenaltar von 1618, ein Vesperbild aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und eine Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1520 übernommen.

Im Mittelfeld des Seitenaltars ersetzt eine Figur der hl. Maria Magdalena eine frühere Muttergottes. Durch korinthische Säulen getrennt zeigen die Seitenreliefs auf der linken Seite Daniel in der Löwengrube mit kniender Stifterfigur und auf der rechten Seite den Tod der Jephta mit kniender Frau. In den Halbkreisgiebeln sind in der Mitte die Heilige Dreifaltigkeit, links Isaaks Opferung und rechts Joseph mit der Frau des Potiphar dargestellt.

Ehemaliges Augustinerinnenkloster Marienburg

Tourismusangebote

Bullay verfügt über mehrere markierte Wanderwege, die durch Weinberge hinauf auf die Moselhöhen führen. Auf dem Weg zum Kloster Marienburg überschreitet man zunächst die Moselbrücke, um am anderen Ufer scharf rechts nach Alf abzubiegen. Dort folgt man dem ausgeschilderten Fußweg zum Aussichtspunkt Prinzenkopf, einem Berg zwischen Alf und Pünderich. Von dort wird die Marienburg in wenigen Minuten erreicht. Eine Wanderung von gut eineinhalb Stunden hat man vor sich, wenn man von Bullay über Neef und den Aussichtspunkt Eulenköpfchen nach Ediger-Eller geht. 

Direkt am Ufer verläuft der Moselfahrradweg flußaufwärts in Richtung Merl und Zell, flußabwärts in Richtung Neef und zur Klosterruine Stuben nordwestlich von Neef.

Zu den weiteren Freizeitangeboten gehören Schiffsfahrten, Angeln und Wassersport.

Campingurlauber finden in Bullay gleich zwei Plätze am Moselufer vor: der Campingplatz "Bären-Camp" mit Bootsanlegestelle für eigene Boote und einem Kinderspielplatz und der Campingplatz "Moselblick".

Zwischen Bernkastel-Kues und Cochem bestehen während der Saison immer wieder Möglichkeiten, eine kurze Schiffstour oder längere Schiffsrundfahrten zu unternehmen. Zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach verkehren täglich gleich mehrere Moselschiffe zu unterschiedlichen Abfahrtszeiten vom Vormittag bis zum späten Nachmittag. Von Traben-Tarbach aus hat man dann je nach Wochentag gegen 14.30 Uhr Anschluß mit einem Ausflugsschiff nach Cochem. Anschlußmöglichkeiten bestehen von Anfang Mai bis Ende Juni dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags, im Juli und August täglich außer montags und freitags. Von Bullay aus startet ein Personenschiff gegen 11 Uhr in Richtung Traben-Trarbach und gegen 16.30 Uhr in Richtung Cochem   (unverbindliche Angaben). Genaue Zeitangaben sind dem Fahrplan vor Ort zu entnehmen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Anlegestellen der Fahrgastschifffahrt auf der Mosel bzw. Schleusen zwischen Bernkastel-Kues und Cochem: Bernkastel-Kues | Schleuse Zeltingen-Rachtig | Zeltingen-Rachtig | Ürzig | Kröv | Traben-Trarbach | Schleuse Enkirch | Enkirch | Reil | Pünderich | Briedel | Zell | Bullay | Alf | Schleuse St. Aldegund | Ediger-Eller | Senheim | Mesenich | Briedern | Beilstein | Schleuse Bruttig-Fankel | Bruttig-Fankel | Ernst | Cochem.

Regelmäßige Festveranstaltungen in Bullay sind das Maifest am ersten Maiwochenende und das Herbst-Weinfest am zweiten Wochenende im September.

Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

Moseltouren Ein Internet-Reiseführer

 

 

.

Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

2.01 Bernkastel-Kues
2.01a Burgruine Landshut
2.02 Graach
2.03 Bernkastel-Kues-Wehlen
2.04 Zeltingen-Rachtig
2.05 Ürzig
2.06 Erden
2.07 Lösnich
2.08 Kinheim-Kindel
2.09 Kröv
2.10 Traben-Trarbach-Wolf
2.11 Traben-Trarbach
2.11a Festung Mont Royal
2.11b Grevenburg
2.11c Starkenburg
2.12 Enkirch
2.13 Burg
2.14 Reil
2.14a Kloster Springiersbach
2.15 Pünderich
2.16 Briedel
2.17 Zell
2.17a Kurfürstliches Schloß
2.18 Zell-Kaimt
2.18a Kloster Marienburg
2.19 Zell-Merl
2.20 Bullay
2.21 Alf
2.22 Burg Arras
2.23 Bad Bertrich
2.24 St. Aldegund
2.25 Neef
2.26 Bremm
2.26a Klosteruine Stuben
2.27 Ediger-Eller
2.28 Nehren
2.29 Senheim
2.30 Senheim-Senhals
2.31 Mesenich
2.32 Briedern
2.33 Ellenz-Poltersdorf
2.34 Beilstein
2.34a Burgruine Beilstein
2.35 Bruttig-Fankel
2.36 Ernst
2.37 Valwig
2.38 Cochem-Sehl
2.39 Cochem-Cond

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

 

© 2000-2016 www.moseltouren.de | E-Mail | Impressum Ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten. Alle Rechte vorbehalten.
Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/2-bernkastel-kues-cochem/2-20-bullay/index.html