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2.23 Bad Bertrich

Von der Mosel aus lohnt sich ein Abstecher in den idyllisch in einem Talkessel der Eifel gelegenen Kurort Bad Bertrich. Man erreicht ihn von Alf an der Mosel entlang der Burg Arras nach gut 8 km, wenn man der Straße durch das waldreiche, gewundene Üßbachtal folgt. Nach Bernkastel-Kues beträgt die Entfernung etwa 60 km, nach Cochem etwa 40 km. Zusammen mit dem Ortsteil Kennfus hat Bad Bertrich rund 1000 Einwohner und gehört zur Verbandsgemeinde Ulmen im Landkreis Cochem-Zell. Umgeben von den Laubwälder und Nadelwäldern der Moselberge und der Südeifel bietet Bad Bertrich ein romantisches Bild. Der Kurort gilt als letzter Ausläufer der Vulkaneifel. Mit der Falkenlay, einem 413 m hohen Basaltkegel, einer steinzeitlichen Höhle und der Elfengrotte, einer aus Basaltsäulen gebildeten vulkanischen Felsformation, besitzt die Landschaft um Bad Bertrich eindrucksvolle Naturdenkmäler.

Seine Existenz als Kurort, vielleicht auch seine Gründung durch die Römer verdankt Bad Bertrich einer heißen Quelle, der einzigen Glaubersalztherme Deutschlands. Stetig entströmt dem vulkanischen Gestein 32° C warmes Glaubersalz-Wasser, das für Trinkkuren und Badekuren Verwendung findet. Seine Heilwirkung übt es vor allem auf organische und Stoffwechselkrankheiten aus. Es sind denn auch die Kurgebäude, darunter das jetzige "Kleine Kurhaus" und frühere Kurfürstliche Badegebäude sowie das Kurhotel, ein früheres Gasthaus, die neben der katholischen Pfarrkirche zu den bedeutendsten Baudenkmälern Bad Bertrichs zählen.

Zur Geschichte

Die ältesten Siedlungsspuren innerhalb der Gemarkung Bad Bertrich gehen teilweise bis in die Altsteinzeit zurück und stellen somit die ältesten für den gesamten Kreis Cochem-Zell dar. Zahlreiche Funde aus römischer Zeit machte man bei der Thermalquelle am Fuße des Palmbergs. Die Römer verstanden es bereits, die Heilkraft der Quelle zu Kurzwecken zu benutzen. An der Stelle des heutigen Badegebäudes konnte man die Überreste eines römischen Thermalbades aufdecken, das aus einem größeren und zwei kleineren Schwimmbecken bestand. Um die römischen Thermalanlagen entwickelte sich allmählich ein kleines Dorf. Im 2. und 3. Jahrhundert blühte hier offenbar ein lebhafter Handel mit Terrakotta-Figuren, die die Genesenden aus Dankbarkeit den Gottheiten als Opfer darbrachten. Tatsächlich läßt sich in der Nähe von Bad Bertrich die Existenz mehrerer Tempel nachweisen.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Bad Bertrich 1097 im Zusammenhang mit einer Schenkung seines Besitzes durch Propst Poppo zugunsten des Stifts St. Simeon aus Trier. Einer weiteren Urkunde ist zu entnehmen, daß das Bad 1331 mit Mauern umgeben war. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts gehörte Bad Bertrich den Rittern von Arras und zuletzt Heinrich von Pyrmont. 1391 kaufte es der Erzbischof von Trier Werner von Falkenstein (Kurfürst 3. April 1388, † 4. Oktober 1418), dessen Nachfolger Johann II. von Baden (Kurfürst 21. Juni 1456, † 9. Februar 1503) die verfallenen Thermalanlagen 1481 wiederherstellen ließ. Es wurden Badekammern, heizbare Räume und Hallen errichtet. Die Anlagen wurden erneut mit einer starken Mauer umgeben. In der Folgezeit entwickelte sich das Bad zu einem der bekanntesten in Deutschland.

1657 verkaufte der Kurfürst von Trier Karl Kaspar von der Leyen (Kurfürst 12. März 1652, † 1. Juni 1676) das Bad an die Gemeinden Bertrich und Kennfus mit dem Recht eines Freibades für die Gemeindeeingesessenen. 1762 erwarb es Kurfürst Johann IX. Philipp von Walderdorff (18. Januar 1756, †12. Januar 1768) jedoch zurück und unter dem kunstliebenden Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen (10. Februar 1768, abgedankt 25. April 1802, † 27. Juli 1812) wurde ein Kurhaus erbaut, das 1787 fertiggestellt werden konnte. Ihm folgte bald ein Kurhotel. Der Kurfürst sorgte auch für die Errichtung von Privathäusern und ließ Spazierwege und Fahrwege anlegen.

In der Zeit des französischen Revolutionskrieges wurde das Bad vernachlässigt. Doch mit der Schaffung einer ordentlichen Verwaltungsstruktur durch die Franzosen wurde auch wieder für seine Erhaltung gesorgt. 1815 kam Bad Bertrich zu Preußen und das Bad gelangte in den Besitz des preußischen Staates. Nach einer Verordnung durften die Reinerträge des Bades ausschließlich für Verbesserungen Verwendung finden. 1820 wurde auch ein Armenbad eingerichtet, um auch Minderbemittelten die Benutzung des heilkräftigen Wassers zu ermöglichen. Unter preußischer Zeit erlebte das Bad eine besondere Blüte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es um einige Kureinrichtungen erweitert. Heute ist Bad Bertrich als eines der heilkräftigsten Bäder bekannt.

"Kleines Kurhaus"/ehemaliges Kurfürstliches Badegebäude

Das ehemalige Kurfürstliche Badegebäude wurde in den Jahren 1786 bis 1787 unter Kurfürst Clemens Wenzeslaus nach Plänen des Koblenzer Hofbaumeisters Andreas Gaertner erbaut. Das Ergebnis war ein klassizistischer Bau im Stil eines Schlößchens. Hoffassade und Gartenfassade sind ähnlich gestaltet. Im Schnittpunkt der Dächer erhebt sich ein sechseitiger, verschieferter Dachreiter. Von den sieben Achsen entfallen drei auf den Mittelbau. Er wurde für einen Festsaal hochgezogen, der eineinhalbgeschössig auf dem Erdgeschoß mit der Einfahrt ruht. Das Obergeschoß ist außen durch Giebel und Pilaster hervorgehoben. Der nördliche Teil des Erdgeschosses enthielt die Badekabinen. Heute sind dort Restaurationsräume untergebracht.

Die Decke des Festsaals ist mit Stuckgesims umzogen. Eine Mitteltür führt zum Treppenhaus; die vier Flügeltüren führen zu den Gesellschaftsräumen, die ursprünglich schlichte Wohnräume des Kurfürsten waren. Der Saal ist ausgestattet mit einem großen Lüster aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, zwei großen goldgerahmten Spiegeln im Rokokostil aus dem 18. Jahrhundert an der westlichen Schmalwand und einem 1,60 Meter hohen Bildnis des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus.

Kurhotel

Das heutige Kurhotel wurde in den Jahren 1788/1789 als Gasthaus erbaut. Der Kurfürst hatte hier auch Wohnräume. Das Hauptgebäude mit Mansarddach ist dreigeschossig. Das Mittelportal am Alleegarten ist durch roten Sandstein hervorgehoben. Es ist über eine doppelläufige Freitreppe zu erreichen. Der Haupteingang befindet sich heute zum Kurgarten hin. Die weitgehend unveränderte Anlage fügt sich trefflich in das historische Ensemble des Kurzentrums in Bad Bertrich ein.

Kurplatz

Vor der Ostfront von "Kleinem Kurhaus" und Kurhotel befindet sich heute der rechteckige Kurplatz, der im 19. Jahrhundert noch mit Wohnhäusern besetzt war. Die Ostseite des Platzes nimmt das 1909 erbaute "Große Badehaus" ein, das sich in schlichten Barockformen präsentiert. An der Nordseite stand ein 1853 errichtetes Badehaus, das jedoch durch einen Bergsturz zerstört wurde. Der übriggebliebene Flur wurde aufgestockt und als Wandelhalle benutzt. Auf der Südseite schließt ein neuzeitlicher, überbauter Eingang den Platz gegen die Straße ab.

Pfarrkirche St. Peter

Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde 1868 und 1869 an Stelle einer Vorgängerkirche in neuromanischem Stil erbaut. Ende der 1960er Jahre wurden Erweiterungsarbeiten und Renovierungsarbeiten an dem Gotteshaus notwendig, die 1972 ihren Abschluß fanden. Der freistehende Glockenturm geht auf eine Anregung König Friedrich Wilhelms IV. zurück. Über dem Portal des Glockenturms ist ein Stein der älteren Kirche mit dem Wappen des Mainzer Erzbischofs Emmerich Joseph angebracht, der 1773 noch als Dompropst den zerstörten Chor des früheren Gotteshauses neu errichten ließ.

Als Sakramentsaltar dient der alte Hauptaltar. In seinen Nischenfeldern stehen Figuren der Heiligen Petrus, Paulus und Josef. Erwähnenswert sind auch eine Muttergottes mit Kind aus dem 18. Jahrhundert, die sich in einer Seitenkapelle befindet, eine Figur des hl. Judas Thaddäus am Eingang zur Blasiuskapelle sowie ein silbernes Reliquiar aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Die Entersburg

In der Nähe von Bad Bertrich erhebt sich über dem Üßbachtal die Ruine Entersburg, auch Nantersburg genannt. Sie geht ursprünglich auf eine römische Bergbefestigung zurück. Heute sind unter anderem noch Reste eines kleineren römischen und eines größeren keltischen Ringwalls zu sehen. Im Jahre 1138 wurde die Entersburg durch Erzbischof Albero von Trier zerstört.

Um die Zerstörung der Entersburg rankt sich eine Sage. Auf ihr soll nämlich ein Raubritter gelebt haben. Trotz aller Bemühungen des Kurfürsten von Trier gelang es nicht, seiner habhaft zu werden. Mit allerlei Tricks versuchte der Raubritter die Verfolger zu täuschen. So ließ er beispielsweise die Hufeisen seines Pferdes und der Pferde seiner Raubgesellen verkehrt herum anschlagen. Die Truppen des Erzbischofs umlagerten schließlich die Entersburg, um die Burgbesatzung auszuhungern. Eines Tages erschien die kräftige Frau des Raubritters im Lager. Sie bat die kurfürstlichen Truppen, wenigstens sie frei abziehen zu lassen und mitnehmen zu dürfen, was sie in ihrer Kiepe trage. Man ging darauf ein. Als man aber nach dem Abzug der Frau die Burg erstürmte, war der Raubritter nirgends zu finden. Allmählich ging den Leuten des Kurfürsten ein Licht auf: Die Frau hatte sie überlistet und ihren Mann in der Kiepe fortgetragen.

Tourismusangebote

Zu den Freizeiteinrichtungen in Bad Bertrich gehören ein Thermal-Hallen-Bewegungsbad (32° C), ein beheiztes Waldschwimmbad, eine Sporthalle, eine Tennishalle, Angelmöglichkeiten und die Naturparkanlage "Römerkessel" mit Kleingolfanlage und Freischachspiel. Außerdem verfügt Bad Bertrich über ein markiertes Wanderwegenetz mit einer Gesamtlänge von etwa 80 km. Lohnenswerte Wanderziele sind die Naturdenkmäler Falkenlay und Elfengrotte, die Entersburg sowie das Kloster Springiersbach. 

Für Kurgäste und Urlaubsgäste werden regelmäßig Kurkonzerte, Kammermusikabende, Sinfoniekonzerte, Vorträge, Filmabende, Theaterdarbietungen, Kabarett und Tanzabende veranstaltet. Verschiedene Kunstausstellungen ergänzen das kulturelle Angebot.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

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2.08 Kinheim-Kindel
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2.13 Burg
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2.17a Kurfürstliches Schloß
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2.18a Kloster Marienburg
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