2.12 Enkirch an der Mosel Stellplatz Wohnmobile Trier Stadttor Koblenz Heimatstuben-Museum Gnadenbild Raversbeuren Moselfahrt Weinfeste Moselvorgelände Cochem Mittelmosel Stadtbefestigung Fachwerkhäuser Lösnich Krone Jahrhundert Vogellehrpfad Kloster Aldegund Jahre Fahrplan Erden Wohnmobil Orgelprospekt Jahrhunderts Alf Übersicht Traben-Trarbach Juni Starkenburg Schleuse Moselbrücke Heimatmuseum

2.12 Enkirch an der Mosel

Der Weinort Enkirch mit etwas mehr als 1800 Einwohnern liegt an der Mündung eines verzweigten Bachlaufes aus dem Hunsrück auf der rechten Moselseite, ca. 31 km nordöstlich von Bernkastel-Kues und ungefähr 52 km südlich von Cochem. Verwaltungsmäßig gehört er zur Verbandsgemeinde Traben-Trarbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Die Mosel legt von Enkirch bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 102 km zurück.

Das Ortsbild von Enkirch prägen zahlreiche Fachwerkhäuser sowie historische Adelshöfe und Weingüter, die dem Ort auch den Beinamen "Schatzkammer der rheinischen Dorfbaukunst" gaben. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten gehören die jetzige katholische Pfarrkirche und frühere Wallfahrtskirche St. Franziskus, die evangelische Pfarrkirche, das Heimatstuben-Museum sowie Reste der alten Stadtbefestigung mit noch einem erhaltenen Stadttor. Beim gemütlichen Bummel durch den Ort stößt der Besucher auf einen Drehkäfig, in den in früheren Zeiten Bestrafte eingesperrt wurden, den sogenannten "Drilles im Spilles".

An den Berghängen oberhalb des Ortes reifen die Weinreben der Enkircher Weinlagen "Steffensberg", "Montneubel", "Weinkammer", "Edelberg", "Herrenberg", "Zeppwingert", "Ellergrub" und "Batterieberg". Sie gehören zur Großlage "Schwarzlay", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Ürzig, Erden, Lösnich, Kinheim-Kindel, Wolf, Traben-Trarbach, Starkenburg und Burg gehören. Kurz vor Enkirch zwingt eine Staustufe die Moselschiffe und Boote zu einer kurzen Unterbrechung ihrer Fahrt. 

Zur Geschichte

Enkirch war wahrscheinlich schon in der Steinzeit besiedelt. Vor fast 2500 Jahren ließen sich die Kelten hier nieder, denen einige Jahrhunderte später die Römer folgten. Aus ihrer Zeit fand man Säulen und Tempelreste. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 733 unter der Bezeichnung "Anchriacum" in einem Testament, das die merowingische Adelstochter Adela hinterließ. Sie war auch die Gründerin des Klosters Pfalzel. Eine zweite Erwähnung erfolgte 908 unter dem letzten Karolingerkönig Ludwig IV., auch "Ludwig das Kind" genannt.

Im 11. Jahrhundert gelangte Enkirch in den Besitz der Grafen von Sponheim, die im 12. Jahrhundert oberhalb des Ortes die Starkenburg erbauen ließen. Im gleichen Jahrhundert (1135) gründete das Kloster Ravengiersburg am Ortsrand von Enkich eine Marien-Wallfahrtskirche, die in späterer Zeit in ein Franziskanerkloster eingegliedert wurde. Acht Jahre nach der Teilung der Grafschaft (1240) erhielt Enkirch Stadtrechte und Marktrechte. Der Ort wurde mit einer Befestigung mit sieben Stadttoren umgeben. Als Hauptort der "Hinteren Grafschaft Sponheim" war Enkirch auch Sitz eines Hochgerichts. Mit der Errichtung der Grevenburg bei Traben-Trarbach und der Verlegung des Hauptortes dorthin durch Graf Johann III. im Jahre 1350 verlor Enkirch an Bedeutung, obwohl seine Einwohnerzahl größer als die von Traben-Trarbach war.

Als 1557 die Reformation in der Grafschaft Sponheim eingeführt wurde, wurden auch Enkirch und seine Pfarrkirche evangelisch. Enkirch nahm damit eine Sonderstellung in der sonst fast durchweg katholischen Moselregion ein. Von 1685 an diente letztere als Simultankirche. Die katholische Bevölkerung von Enkirch erhielt erst mit der Überlassung der Wallfahrtskirche nach der Aufhebung des Franziskanerklosters Anfang des 19. Jahrhunderts eine eigene Pfarrkirche.

Evangelische Pfarrkirche

1239 wurde in Enkirch bereits eine Pfarrkirche erwähnt. Zur Pfarrei gehörten ursprünglich auch die Orte Lötzbeuren und Raversbeuren im Hunsrück. Der älteste Bauteil des heutigen Gotteshauses ist der fünfseitige, westlich gerichtete Hauptchor aus dem 13. Jahrhundert. Mit ihm durch eine Arkade verbunden ist zur Nordseite hin ein zweiter rechteckiger Chor mit Kreuzrippengewölbe aus dem 14. Jahrhundert. Der südliche Chor mit Rippengewölbe wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Das ursprünglich zweischiffige Langhaus aus dem 15. Jahrhundert wude 1718 zu einem tonnengewölbten Saal umgebaut. Der südlich des Langhauses stehende Turm mit Ostportal ist auf das Jahr 1618 datiert. Nördlich am Langhaus schließt sich eine zweistöckige Sakristei mit Gratgewölben aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an.

Neben dem Orgelprospekt auf der Nordempore verdienen ein spätgotisches Sakramentshäuschen und schöne Bildnisgrabsteine besondere Beachtung. Im südlichen Seitenchor ist das Holzepitaph des Peter Molitor zu sehen (um 1670). Im Rundbogenfeld ist die Person des Verstorbenen betend vor einem Kruzifix abgebildet. Eingerahmt wird das Gemälde von zwei gedrehten korinthischen Säulen mit Weinlaubschmuck. Über dem Bogen befindet sich eine jetzt leere Kartusche, über der das Wappen Molitors zu erkennen ist. Schön gestaltet ist auch der Grabstein eines unbekannten Ritters († 1553) mit dem Relief eines Geharnischten. Zum Kirchenschatz gehören mehrere alte sakrale Geräte sowie eine Eichenholztruhe mit schmiedeeisernem Beschlag aus dem 15. Jahrhundert.

Vor der Pfarrkirche steht eine Steingruppe mit einer trauernden Witwe und dem jungen, in die Zukunft blickenden Sohn. Sie erinnert, wie die Namenstafel darüber, an die Gefallenen des Ortes. Nur wenige Meter entfernt hält eine alte Linde Wacht. Sie beschattet die Ruhestätte der Enkircher.

Katholische Pfarrkirche St. Franziskus/ehemalige Wallfahrtskirche

Die katholische Pfarrkirche St. Franziskus steht im Großbachtal östlich von Enkirch. Sie wurde 1135 als Marienkapelle erbaut. Die Wallfahrten zu dieser Stätte waren Anlaß zu einem Neubau im 15. Jahrhundert. Mit der Einführung der Reformation verlor das Gotteshaus seine Bedeutung als Wallfahrtsort und Gnadenort. Von 1685 bis 1802 diente es als Kirche für ein Franziskanerkloster und nach der Auflösung des Klosters als katholische Pfarrkirche.

Ältester Bauteil des bestehenden Gotteshauses ist der zwischen 1475 und 1480 errichtete Nebenchor mit Netzgewölbe, der heute als Taufkapelle genutzt wird. Nur wenig jünger ist der rippengewölbte Hauptchor, an dessen Südseite sich die Sakristei anschließt. Das Langhaus stellt eine weiträumige Halle mit tonnenförmiger Holzdecke dar, die 1969 neu bemalt wurde. Malerisch gestaltet ist das Kirchendach mit erhöhtem Chordach und einem sechsseitigen Dachreiter mit steilen Giebeln.

Der Hochaltar zeigt im Hauptfeld zwischen zwei Säulenpaaren die Himmelfahrt Mariens. Darüber sind zwischen zwei Voluten Engelsgestalten zu sehen. Den oberen Abschluß bildet eine Krone. Im Seitenaltaraufsatz befand sich das verlorengegangene Gnadenbild (Vesperbild) des Wallfahrtsortes. Zu der weiteren Ausstattung gehören unter anderem ein Sakramentshäuschen aus dem 15. Jahrhundert, der Rest eines spätgotischen Chorgestühls, eine steinerne Kreuzigungsgruppe aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der Taufstein von 1610, sowie verschiedene Bildwerke aus dem 18. Jahrhundert.

Heimatmuseum

Das Enkircher Heimatmuseum ist in der alten Ratsschenke, einem Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert, untergebracht. Die zahlreichen Funde und Deponate vermitteln eine Übersicht über die geschichtliche Vergangenheit des Moselorts und das Leben und Schaffen seiner Bewohner in vergangener Zeit. Die Ausstellung zeigt unter anderem Funde aus der Frühgeschichte sowie der Keltenzeit und Römerzeit, eine Winzerküche, Handwerksstätten, Zunftaltertümer, historische Weinbaugeräte, eine Schöffenstube mit Richtergestühl aus dem 15. Jahrhundert, Nachbauten örtlicher Fachwerkhäuser sowie eine umfangreiche Mineraliensammlung. Während der Saison ist das Museum freitags von 18 bis 19 Uhr, samstags von 17 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 12 Uhr geöffnet. (Stand Frühjahr 2001)

Tourismusangebote

Von Enkirch führen schöne Wanderwege durch die reizvolle Landschaft der Weinbergshänge und Moselhöhen. Besonders erlebnisreich ist der Steillagenwanderweg, der am Moselufer zwischen Enkirch und Traben-Trarbach beginnt und durch mehrere steile Weinbergslagen zum Kirster Grat hinaufführt. Die Weinberge weisen teilweise eine Hangneigung von 70% auf. Den Rückweg kann man über den Moselhöhenweg antreten.

Der Moselhöhenweg, der durch ein "M" markiert ist, verläuft zwischen Trier und Koblenz auf beiden Seiten der Mosel sowohl durch den Hunsrück als auch durch die Eifel. Von Enkirch aus führt er in südwestlicher Richtung über die Ruinen Starkenburg und Grevenburg nach Traben-Trarbach und in nordöstlicher Richtung über den nach Bummkopf (421 m. ü. M.) nach Zell.

Für "Bildungshungrige" empfiehlt sich eine Weinbergswanderung auf dem Weinlehrpfad. Der ca. 3,5 km lange Rundweg durch die Lage Steffensberg informiert auf einer Vielzahl von Tafeln Wissenswertes über Weinbau und Arbeit des Winzers. Während der Begehung kann man herrliche Ausblicke auf Enkirch, das Moseltal und die Seitentäler genießen. Ausgangspunkt des Weinbau-Lehrpfades ist die Mardelbrücke im Ort.

Wer sich für die Vogelwelt interessiert, kommt in Enkirch ebenfalls auf seine Kosten. Am Ortsausgang von Enkirch beginnt ein Vogellehrpfad, der in Richtung Schocker Kopf führt. Der Lehrpfad informiert nicht nur theoretisch über heimatliche Vogelarten anhand von Hinweistafeln, sondern bietet während der Brutzeit auch lebendigen Anschauungsunterricht. Von April bis Anfang Juli kann man Vertreter verschiedener Vogelarten an den aufgehängten Nistkästen bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten.

Wer das Moseltal von Enkirch aus mit dem Drahtesel erkunden möchte, kann den Moselradweg benutzen, der flußaufwärts in Richtung Traben-Trarbach, Trier und flußabwärts in Richtung Burg, Pünderich und Zell führt. Den Mosel-Fahrradweg auf der gegenüberliegenden Seite ist mit der Fähre Enkirch-Kövenig erreichbar. Flußabwärts endet er jedoch in Reil, dem nächsten Ort. Moselaufwärts geht es in Richtung Traben-Trarbach. In Enkirch gibt es einen Fahrradverleih.

Freunde des Tennis finden im Großbachtal bei Enkirch zwei Tennisplätze (Sandplätze) vor. Bademöglichkeit besteht im Thermalbad im benachbarten Traben-Trarbach. Junge Gäste können sich auf dem Enkircher Kinderspielplatz im Moselvorgelände vergnügen. Hier befindet sich auch eine Minigolfanlage. Am Moselufer gibt es einen Stellplatz für ca. 100 Wohnmobile.

Zwischen Bernkastel-Kues und Cochem bestehen während der Saison immer wieder Möglichkeiten, eine Moselfahrt mit einem Ausflugsschiff zu unternehmen. Zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach verkehren täglich gleich mehrere Schiffe zu unterschiedlichen Abfahrtszeiten vom Vormittag bis zum späten Nachmittag. Von Traben-Tarbach aus hat man dann je nach Wochentag gegen 14.30 Uhr Anschluß nach Cochem. Anschlußmöglichkeiten bestehen von Anfang Mai bis Ende Juni dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags, im Juli und August täglich außer montags und freitags. Von Enkirch fährt ein Fahrgastschiff gegen 12.30 Uhr in Richtung Traben-Trarbach und gegen 15 Uhr in Richtung Cochem ab (unverbindliche Angaben). Genaue Zeitangaben sind dem Fahrplan vor Ort zu entnehmen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Schiffsanlegestellen der Moselschiffahrt bzw. Schleusen zwischen Bernkastel-Kues und Cochem: Bernkastel-Kues | Schleuse Zeltingen-Rachtig | Zeltingen-Rachtig | Ürzig | Kröv | Traben-Trarbach | Schleuse Enkirch | Enkirch | Reil | Pünderich | Briedel | Zell | Bullay | Alf | Schleuse St. Aldegund | Ediger-Eller | Senheim | Mesenich | Briedern | Beilstein | Schleuse Bruttig-Fankel | Bruttig-Fankel | Ernst | Cochem.

Den Enkircher Reigen der Weinfeste / Winzerfeste / Feste eröffnet an Pfingsten das Weinfrühlingsfest. Am letzten Juniwochenende findet das Wein-Straßenfest statt. Ihm folgt das Weinbrunnenfest im Juli. Der Höhepunkt des Festjahres ist das Enkircher Heimatfest am ersten Wochenende im August. Den Abschluß bildet das Herbstfest, bei dem ebenfalls der Rebensaft im Mittelpunkt steht.

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

Moseltouren Ein Internet-Reiseführer

 

 

.

Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

2.01 Bernkastel-Kues
2.01a Burgruine Landshut
2.02 Graach
2.03 Bernkastel-Kues-Wehlen
2.04 Zeltingen-Rachtig
2.05 Ürzig
2.06 Erden
2.07 Lösnich
2.08 Kinheim-Kindel
2.09 Kröv
2.10 Traben-Trarbach-Wolf
2.11 Traben-Trarbach
2.11a Festung Mont Royal
2.11b Grevenburg
2.11c Starkenburg
2.12 Enkirch
2.13 Burg
2.14 Reil
2.14a Kloster Springiersbach
2.15 Pünderich
2.16 Briedel
2.17 Zell
2.17a Kurfürstliches Schloß
2.18 Zell-Kaimt
2.18a Kloster Marienburg
2.19 Zell-Merl
2.20 Bullay
2.21 Alf
2.22 Burg Arras
2.23 Bad Bertrich
2.24 St. Aldegund
2.25 Neef
2.26 Bremm
2.26a Klosteruine Stuben
2.27 Ediger-Eller
2.28 Nehren
2.29 Senheim
2.30 Senheim-Senhals
2.31 Mesenich
2.32 Briedern
2.33 Ellenz-Poltersdorf
2.34 Beilstein
2.34a Burgruine Beilstein
2.35 Bruttig-Fankel
2.36 Ernst
2.37 Valwig
2.38 Cochem-Sehl
2.39 Cochem-Cond

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

 

© 2000-2014 www.moseltouren.de Wilhelm Hermann, D-55430 Oberwesel, Liebfrauenstr. 41.
Alle Rechte vorbehalten. Änderungen vorbehalten. Ohne Gewähr. Stand: Wednesday, 16. April 2014 -
URL dieser Seite: http://moseltouren.de/2-bernkastel-kues-cochem/2-12-enkirch/index.html