2.38 Cochem-Sehl an der Mosel Parkhotel Landenberg Bernkastel-Kues Hotel Antonius Schiff Moselwein Poltersdorf Renovierung Ebernach Abbas Hallenbad Kapelle Neubau Kleindenkmäler Weißwein Treis Rotwein Hotelzimmer Wein Wappen Geschichte

2.38 Cochem-Sehl an der Mosel

Der Stadtteil Cochem-Sehl liegt am linken Moselufer. Der Weg bis in die Innenstadt von Cochem ist etwa 1,5 km lang. Der Fahrtweg nach Bernkastel-Kues beträgt ca. 81 km. Die Mosel legt vonCochem-Sehl bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 52 km zurück. Der Kern von Cochem-Sehl entstand an einer Bachmündung in die Mosel. Leider besitzt die früher selbständige Gemeinde nur noch wenig alte Bausubstanz. Vereinzelt trifft man aber dennoch auf schöne Fachwerkhäuser und Massivbauten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Überwiegend sind es jedoch Neubauten, die das Ortsbild prägen.

Die zahlreichen Cochemer Weinlagen, mit Namen "Herrenberg", "Pinnerkreuzberg", "Schloßberg", "Hochlay", "Klostergarten", "Sonnenberg", "Bischofsstuhl", "Arzlay", "Rosenberg" und "Nikolausberg" verteilen sich auf eine Anbaufläche von 64 Hektar. Sie ghören zu den beidn Großlagen "Rosenhang" und "Goldbäumchen". Der Großlage "Rosenhang" sind auch die Weinlagen der Moselorte Mesenich, Beilstein und Valwig sowie teilweise von Senheim mit Senhals, Briedern, Ellenz-Poltersdorf, Bruttig-Fankel und Treis-Karden zugehörig. Der Großlage "Goldbäumchen" gehören die Weinlagen der Weinorte Ernst, Klotten, Pommern, Müden und Moselkern sowie teilweise von Senheim mit Senhals, Briedern, Ellenz-Poltersdorf, Bruttig-Fankel und Treis-Karden an. Repräsentiert wird der heimische Moselwein durch die Cochemer Weinkönigin. Neben Weißwein wird in Cochem auch – für die Moselregion selten – Rotwein angebaut. Die vorwiegende Rotweinsorte ist der Spätburgunder.

Zur Geschichte

Sehl wurde erstmals im Jahre 1136 in einer Urkunde erwähnt. In diesem Schriftstück bestätigte der Erzbischof von Trier, Albero von Basel, dem Marienstift Prüm Besitztümer in dem Ort. In seiner früheren Geschichte besaß der Stadtteil fast ausschließlich landwirtschaftliche Bedeutung. Hiervon zeugt die schriftlich belegte Ansammlung von Höfen mit Weinbergen und Ackerland. Die landwirtschaftlichen Produkte dienten vornehmlich der Versorgung der Stadtbevölkerung von Cochem mit Lebensmitteln. 1932 wurde Sehl zu Cochem eingemeindet.

Kapelle St. Antonius Abt

Die katholische Kapelle St. Antonius Abt wurde unter dem Erzbischof von Trier Johann II. von Baden (1456 bis 1503) erbaut. Die Erlaubnis hierzu wurde 1493 erteilt. Spätestens 1503 war der dreifach geschlossene und heute noch erhaltene Chor der Kapelle fertiggestellt. Er weist eine Breite von 4,50 m und eine Länge von 7,85 m auf. Das zweiachsige Schiff wurde im 18. Jahrhundert angebaut. Bei der Renovierung im Jahre 1915 erhielt die Kapelle ein neues Westportal. Der früher achtseitige Dachreiter über dem Chor wurde durch einen sechsseitigen ersetzt. Noch heute läutet von dort eine Glocke aus dem Jahre 1441. In das Schiff wurde eine verputzte Balkendecke eingezogen.

Der Chor ist mit einem Netzgewölbe von 1495 überspannt, dessen Rippen auf kurzen Profilkonsolen ruhen. Die Schnittpunkte der Rippen sind in der Mittelachse mit Schlußsteinen besetzt. Sie zeigen nacheinander den hl. Bischof Wolfgang, das Schweißtuch der Veronika, St Antonius Abbas und das von Engeln gehaltene kurfürstliche Wappen.

Filialkirche St. Antonius Abbas

Zwischen 1969 und 1971 wurde eine neue Antoniuskapelle erbaut. Sie dient als Filialkirche der Pfarrei St. Martin in Cochem. Zu ihrer Ausstattung gehören zwei Kleindenkmäler, ein als Weihwasserkessel genutzter Taufstein aus Basaltlava von 1732 und ein neugefaßtes Vesperbild aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in ländlichem Stil.

Ehemalige Benediktiner-Propstei Ebernach

Nur wenige hundert Meter moselaufwärts, von Cochem-Sehl, durch die von Ulmen in der Eifel kommende Bundesstraße 259 getrennt, liegt inmitten von Weinbergen und alter Gartenanlagen die ehemalige Benediktiner-Propstei Ebernach. Die Gründung der Propstei geht auf eine Schenkung des Ritters Johann von Ebernach und seiner Gemahlin Mechthildis zugunsten der Abtei Maria Laach im Jahre 1130 zurück. Zu ihren Besitztümern gehörte auch eine Marienkapelle. Durch weitere Schenkungen seitens Johann von Sehl und Otto von Klotten vergrößerte sich der Besitz der Abtei Maria Laach erheblich, so daß eine vom Mutterkloster abhängige Propstei eingerichtet wurde. Diese wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 1807 gingen die Gebäude in den Besitz eines französischen Offiziers über. Dann erwarb sie 1811 der 1853 verstorbene Arzt Boost in Cochem, der hier eine Loge für einen Freimaurerorden einrichtete. 1887 gelangte das Anwesen in die Hände der Franziskaner von Waldbreitbach, die durch die Errichtung weiterer Gebäude zwischen 1888 und 1891 die heutige Heil- und Pflegeanstalt aufbauten.

Das ehemalige Propsteigebäude wurde ab 1750 als Neubau unter Abt Benedictus van der Eydt (1731 bis 1755) errichtet. Der zweigeschossige und siebenachsige Bruchsteinbau ist durch flache Pilasterstreifen gegliedert. Die Giebelbekrönung des Mittelrisalits enthält ein frei gemaltes Wappen. Ursprünglich war hier das Abtswappen des Bauherrn angebracht. Das Mansarddach trägt in der Mitte einen viereckigen Uhrenturm. Zum Portal führt eine zweläufige Freitreppe. Das Gewölbe des als "Krypta" bezeichneten Kellerraums wird von einer starken Mittelsäule getragen. Hier befinden sich Steinsärge, die aber inzwischen zugeschüttet sind. Seitlich und rückwärts schließen sich weitere Kellerräume an.

Von der 1130 erwähnten romanischen Kapelle Mariä Himmelfahrt ist nichts mehr übriggeblieben. Sie mußte einem Neubau aus den Jahren 1434 bis 1437 weichen. Von ihm ist heute noch der Chor erhalten. Das Schiff wurde Mitte des 18. Jahrhunderts und 1956 jeweils durch ein neues ersetzt.

Die Schlußsteine des Rippengewölbes im Chor zeigen Gottvater, das Lamm mit der Siegesfahne als Symbol Christi und die Gnadensonne als Sinnbild des Heiligen Geistes. Die Ausstattung der Marienkapelle wurde 1807 zum größten Teil in die Pfarrkirche nach Cochem überführt. Nur wenige Werke blieben ihr erhalten. Hierzu zählt eine Sakramentsnische und ein Vesperbild aus der Erbauungszeit des Chores. Die Muttergottesfigur mit Kind aus dem 18. Jahrhundert wurde aus Waldbreitbach angeschafft.

Parkhotel von Landenberg

Einen angenehmen Aufenthalt in Cochem-Sehl verspricht das Parkhotel Landenberg. Es ligt in gepflegter Atmosphäre an den Sehler Parkanlagen, nur wenige Schritte vom Moselufer entfernt. Das Hotel präsentiert sich als stilvoller Bau im Herrenhaus-Flair. Zu ihm gehört eine große Moselterrasse und eine schöne Gartenanlage, in der alte Baumriesen an sonnigen Tagen kühlen Schatten spenden.

Die Hotelzimmer sind stilvoll eingerichtet. Ihre Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. Der Aufenthaltsraum mit Kamin und großen Fensterflächen bietet einen herrlichen Ausblick auf die Mosel, die umliegenden Weinberge, die Stadt Cochem und die Reichsburg.

Das Parkhotel Landenberg verfügt über ein beheiztes Hallenbad, das Hotelgästen zur kostenlosen Benutzung freisteht, eine Sauna und ein Solarium sowie eine Liegewiese, eigene Parkplätze und eine eigene Garage.

Tourismusangebote

Für Gäste von Cochem-Sehl ist natürlich ein Besuch der Stadt Cochem mit ihren Sehenswürdigkeiten, an deren erster Stelle die Reichsburg zu nennen ist, Pflicht. Der Cochemer Stadtteil ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Ein reizvoller Wanderweg führt von der Antoniuskirche in Sehl aus vorbei an der "Villa Krain", etwas oberhalb des Ortes, zu den Aussichtspunkten "An den drei Kreuzen" mit einer kleinen Kapelle und "Lescherlinde", wo eine Schutzhütte zur Rast einlädt. Über den Lescherhof geht es dann weiter in Richtung Cochem und zur Reichsburg.

Ausflüge mit dem Fahrrad sind vor allem durch das romantische Moseltal empfehlenswert. Wer von Cochem-Sehl moselaufwärts radeln und dabei nicht die vielbefahrene B 49 benutzen möchte, sollte bei Cochem über die Moselbrücke fahren und von Cochem-Cond aus seinen Weg in Richtung Valwig, Bruttig-Fankel und Beilstein fortsetzen. Auch moselabwärts muß man zunächst über die B 49 fahren. Erst bei Klotten beginnt der linksseitige Mosel-Radweg, der dann nach Pommern, Treis-Karden, Müden usw. führt.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

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Moseltouren
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1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
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2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
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2.01 Bernkastel-Kues
2.01a Burgruine Landshut
2.02 Graach
2.03 Bernkastel-Kues-Wehlen
2.04 Zeltingen-Rachtig
2.05 Ürzig
2.06 Erden
2.07 Lösnich
2.08 Kinheim-Kindel
2.09 Kröv
2.10 Traben-Trarbach-Wolf
2.11 Traben-Trarbach
2.11a Festung Mont Royal
2.11b Grevenburg
2.11c Starkenburg
2.12 Enkirch
2.13 Burg
2.14 Reil
2.14a Kloster Springiersbach
2.15 Pünderich
2.16 Briedel
2.17 Zell
2.17a Kurfürstliches Schloß
2.18 Zell-Kaimt
2.18a Kloster Marienburg
2.19 Zell-Merl
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2.21 Alf
2.22 Burg Arras
2.23 Bad Bertrich
2.24 St. Aldegund
2.25 Neef
2.26 Bremm
2.26a Klosteruine Stuben
2.27 Ediger-Eller
2.28 Nehren
2.29 Senheim
2.30 Senheim-Senhals
2.31 Mesenich
2.32 Briedern
2.33 Ellenz-Poltersdorf
2.34 Beilstein
2.34a Burgruine Beilstein
2.35 Bruttig-Fankel
2.36 Ernst
2.37 Valwig
2.38 Cochem-Sehl
2.39 Cochem-Cond

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

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Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

 

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