1.30 Brauneberg an der Mosel Fahrradverleih Weinseminar Wein Koblenz Trier Pfalz Weinetiketten Dusemond Bernkastel-Kues Pölich Weingut Trittenheim Weinfest Gruppen Schiff Neumagen Hochzeit Römische Weinjahrgänge Weinhandel Idar-Oberstein Veldenz Klüsserath Weinherstellung Niederemmel Wintrich Reliefs Katholiken Fahrplan Eifel Kelteranlage Mülheim Klostergarten Weinversand Protestanten Mittelmosel Obermosel Weinsorten Quint Vortragekreuz Aufsatz Grafen Piesport

1.30 Brauneberg

Der Weinort Brauneberg liegt ca. 7 km westlich von Bernkastel-Kues und ca. 54 km nordöstlich von Trier entfernt am rechten Moselufer. Zusammen mit dem Ortsteil Filzen zählt er etwa 1300 Einwohner. Verwaltungsmäßig gehört er zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Die Mosel legt von Brauneberg bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 136 km zurück.

Von Brauneberg blickt man auf den gleichnamigen Hang auf der gegenüberliegenden Moselseite. Hier befinden sich die Brauneberger Weinlagen "Juffer", "Juffer-Sonnenuhr". Die weiteren Brauneberger Weinlagen  heißen "Mandelgraben", "Hasenläufer" und "Kammer Klostergarten". Sie gehören zur Großlage "Kurfürstlay", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Wintrich, Kesten, Brauneberg mit Filzen, Mülheim, Veldenz und Maring-Noviand sowie teilweise von Bernkastel-Kues gehören. 

Im Ort trifft man auf einige alte Weinhöfe bzw. Weingüter, die neben der Simultan-Pfarrkirche St. Remigius zu den sehenswertesten Gebäuden von Brauneberg gehören. 

Von Brauneberg erzählt man auch eine Sage. Vor langer Zeit mußte ein junger Ritter, der auf Burg Veldenz lebte, in den Krieg ziehen. Zum Abschied steckte er seiner Braut aus Brauneberg einen Ring an den Finger, der sie zur Treue mahnen sollte. Als nun eine lange Zeit vergangen und der junge Mann immer noch nicht zurückgekehrt war, vergoß das Mädchen viele Tränen um ihn. Ihre Mutter redete ihr jedoch zu, ihren Bräutigam zu vergessen und den Ring wegzuwerfen. Aber was das Mädchen auch tat, ob sie den Ring in den Brunnen warf oder im Boden vergrub, er tauchte immer wieder auf. Das Mädchen sah dies als ein Zeichen des Himmels. Die Mutter vermutete hingegen, daß eine böse Macht in dem Ring stecke. Als sie gerade ihrer Tochter den Ring entreißen und dem Feuer übergeben wollte, erschien der Totgeglaubte plötzlich in der Tür. Die Wiedersehensfreude war riesengroß und bald schon wurde Hochzeit gefeiert. Seitdem glänzte der Treuring als Ehering am Finger der Burgfrau von Veldenz.

Zur Geschichte

Schon die Römer wußten die guten klimatischen Bedingungen um Brauneberg für den Weinbau zu nutzen. Dies ist nicht zuletzt durch den Fund einer römischen Kelteranlage auf der gegenüberliegenden Seite belegt. Wohl wegen des süßen Weins, den sie erzeugten, nannten sie den Ort dulcis mons (süßer Berg). Noch bis 1925 trug er den davon abgeleiteten Namen Dusemond. 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dusemond (Brauneberg) im Jahre 588 im Zusammenhang mit einer Schenkung des Veldenzer Gebiets samt Brauneberg seitens des Merowingerkönigs Childebert II. (König 25. Dezember 575, † 595/596) an seinen Patenonkel, Bischof Agericus von Verdun. Auch der Kirchenfürst und seine Nachfolger schätzten den Brauneberger Wein. 

Ihre Besitztümer an der Mosel ließen die Bischöfe von Verdun durch einheimische Vögte verwalten, die in späterer Zeit als Grafen von Veldenz in den Adelsstand erhoben wurden. Deren Nachfolger konvertierten 1523 zum evangelischen Glauben und mit ihnen auch die einheimische Bevölkerung. Dies war jedoch nicht im Interesse des französischen Königs, der inzwischen in der Nachfolge des Bistums Verdun oberster Landesherr geworden war. Als Katholik war er bestrebt, daß auch die Veldenzer Einwohnerschaft katholisch bleiben sollte. Man einigte sich schließlich 1689 dahingehend, daß sowohl Protestanten als auch Katholiken dieselbe Kirche nutzen konnten. Die Katholiken erhielten jedoch mit dem Chor und zwei Drittel des Schiffs den größeren Anteil an dem Gotteshaus.

Schwer zu leiden hatten die Brauneberger vor allem unter den Reunionskriegen Ende des 17. Jahrhunderts. 1733 kam der Ort an die Kurpfalz. Erst 1925 erhielt das bisherige Dusemond den deutschen Namen Brauneberg.

Simultan-Pfarrkirche St. Remigius

Bereits 1086 wurde in Brauneberg eine St. Remigius geweihte Kirche genannt. Sie war ursprünglich eine Filiale der Pfarrei Veldenz, bevor sie im 14. Jahrhundert unter der Bezeichnung Halbmutterkirche geführt wurde. 1523 wurde sie evangelisch. Nachdem sie 1685 vorübergehend wieder von den Katholiken in Besitz genommen worden war, wurde sie 1689 schließlich simultan. Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten konnten von nun an ihre Gottesdienste in der Kirche halten. Für die Katholiken wurde das Gotteshaus vom gleichen Jahr an auch Pfarrkirche. Für die evangelischen Christen war sie eine Filiale der Pfarrei Mülheim (Mosel)

Als die alte Remigiuskirche im 18. Jahrhundert immer baufälliger wurde, wurde sie 1776/1777 durch den heutigen Bau ersetzt. Er ist ein schlichter Saalbau mit Holzdecke, der durch einen dreiseitigen Chor abgeschlossen wird. Der viergeschossige Westturm ist mit rundbogigen Fenstern und Schallöffnungen versehen und wird von einer Zwiebelhaube bekrönt. Sowohl an der Südseite als auch im Turm führt ein Portal ins Innere der Kirche. 

Die Innenausstattung stammt überwiegend aus der Erbauungszeit. Der Tabernakelaufsatz des Hochaltars von 1783 ist mit einem silbernen Weinlaubkranz verziert. Der rechte Seitenaltar zeigt im Rundbogenfeld, das von zwei Säulenpaaren eingerahmt wird, ein Bildnis des hl. Bernhard. Darüber ist in einem Kreisfeld ein Madonnenbild zu sehen. Zwischen beiden Gemälden befindet sich ein Wappen der Abtei Himmerod. Beim linken Seitenaltar wurde der Tabernakelaufsatz durch einen neugotischen Aufsatz ersetzt. Beachtenswert ist auch ein Vortragekreuz aus der Zeit um 1500. Die kleine Christusfigur wird von Reliefs der vier Evangelisten und ihrer Symbole umrahmt. Auf der Rückseite ist ein Relief der Gottesmutter zu erkennen.  
Seit 1957 sind Schiff (katholisch) und Chor (evangelisch) durch eine Querwand getrennt.

Ehemalige Weinhöfe

Zu den sehenswertesten Häusern in Brauneberg gehören der Weinhof der Abtei Tholey (1719), der Manderscheid-Blankenheimische Weinhof (1729), auch Sternenburg genannt, und das Breidbach-Bürresheimer Weingut (1766).

Römische Kelteranlage

Am Fuße des Braunebergs auf der gegenüberliegenden Moselseite wurde 1990 eine römische Kelteranlage aus dem 3. Jahrhundert ausgegraben. Sie gehört zu den ältesten dieser Art nördlich der Alpen. Seit 1995 ist sie der Öffentlichkeit zugänglich. 

Tourismusangebote

Brauneberg verfügt über ein mit Markierungen versehenes Wanderwegenetz mit einer Gesamtlänge von rund 50 km, einen Waldlehrpfad und einen Naturlehrpfad und den größten Rebsortenpfad in Rheinland-Pfalz. 

Der Mosel-Fahrradweg führt von Brauneberg flußaufwärts in Richtung Wintrich, Niederemmel und Neumagen-Dhron. Flußabwärts geht es nach Mülheim (Mosel) und Bernkastel-Kues. Es gibt einen örtlichen Fahrradverleih. 

Zu den weiteren Freizeitangeboten gehören Weinproben mit Besichtigung einer Weinkellerei, Planwagenfahrten, Busausflüge nach Luxemburg, Trier, Idar-Oberstein und in die Eifel, z. B. zum Nürburgring, und Schiffsrundfahrten.

Zwischen Trier und Bernkastel-Kues bestehen während der Saison immer wieder Möglichkeiten, eine kurze Schiffahrt oder längere Schiffsreisen zu unternehmen. Von Mitte Mai bis 1. Oktober verkehren unter anderem jeden Dienstag Moselschiffe in beiden Richtungen. Von Brauneberg aus startet ein Schiff gegen 9.30 Uhr in Richtung Trier und gegen 12.45 Uhr in Richtung Bernkastel-Kues (unverbindliche Angaben). Genaue Zeitangaben sind dem Fahrplan vor Ort zu entnehmen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Schiffsanlegestellen der Moselschiffahrt bzw. Schleusen zwischen Trier und Bernkastel-Kues: Trier Zur Lauben | Trier-Pfalzel | Schweich | Mehring | Schleuse Detzem | Klüsserath | Leiwen | Trittenheim | Neumagen-Dhron | Piesport | Minheim | Schleuse Wintrich | Kesten | Brauneberg | Mülheim | Bernkastel-Kues.

Ein Weingut in Brauneberg bietet nach Terminabsprache auch Weinseminare für Gruppen an. Ein Weinseminar unterscheidet sich von der gewöhnlichen Weinprobe in seiner Ausführlichkeit. Beim Weinseminar werden nicht nur verschiedene Weinsorten gekostet, man erhält auch Hintergrundinformationen über Themenbereiche wie Weintypen, deutsche und ausländische Weine, Weinbau in der Geschichte, Weinanbaugebiete, Weinherstellung, Weinlagerung, Weinhandel, Weinversand, Weinjahrgänge, Weinetiketten usw. Darüber hinaus kann man auch die Kunst erlernen, einen Wein nach bestimmten Kriterien in seiner Qualität zu beurteilen. Voraussetzung hierfür ist das richtige Betrachten und Schmecken der Weine, das unter fachkundiger Anleitung eingeübt wird.

Die beiden Winzerfeste in Brauneberg sind das Weinfest und Heimatfest am dritten Juliwochenende und das Weinfest und Straßenfest an der längsten Nußbaumallee des Moseltals am dritten Wochenende im September. Wer auf Weintour nach Brauneberg gehen möchte, kann sich also zwischen zwei Wochenenden entscheiden.

1 Von Trier nach Bernkastel-Kues Mittelmosel

Moseltouren Ein Internet-Reiseführer

 

 

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Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

1.01 Trier an der Mosel
1.01a Porta Nigra
1.01b Amphitheather
1.01c Kaiserthermen
1.01d Palastaula
1.01e Kurfürstliches Palais
1.01f Dom St. Peter
1.01g Liebfrauenkirche
1.01h Marktkirche St. Gangolf
1.01i Hauptmarkt Marktplatz
1.01j Kloster St. Matthias
1.01k Stiftskirche St. Paulin
1.01l  Simeonstift
1.02 Trier-Biewer
1.03 Trier-Pfalzel
1.04 Trier-Ruwer
1.05 Trier-Ehrang
1.05a Burg Ramstein
1.06 Kenn
1.07 Trier-Quint
1.08 Schweich-Issel
1.09 Schweich
1.10 Longuich-Kirsch
1.11 Riol
1.12 Mehring
1.13 Pölich
1.14 Schleich
1.15 Detzem
1.16 Ensch
1.17 Thörnich
1.18 Klüsserath
1.19 Köwerich
1.20 Leiwen
1.21 Trittenheim
1.22 Neumagen-Dhron
1.23 Piesport-Niederemmel
1.24 Piesport
1.24a Wallfahrtskirche
und Kloster Klausen

1.25 Minheim
1.26 Wintrich
1.27 Kesten
1.28 Brauneberg-Filzen
1.29 Neu Filzen
1.30 Brauneberg
1.31 Mülheim (Mosel)
1.32 Veldenz
1.33 Burgruine Veldenz
1.34 Maring-Noviand
1.35 Lieser
1.36 Bernkastel-Kues-Andel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

Cochem

 

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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/1-trier-bernkastel-kues/1-30-brauneberg/index.html