1.19 Köwerich an der Mosel Weinfest Leiwen Trier Freibad Eifel Radweg Beethoven Bernkastel-Kues Detzem Stifterfigur Pölich Menhir Mehring St. Martin Kreuzigungsgruppe Laurentiuslay Ziege Koblenz Mutter Schleich Weintour September Trittenheim Thörnich Ausbau Kowerich Moseltouren Moselbrücke Neumagen-Dhron Rhein

1.19 Köwerich

Der kleine Weinort Köwerich mit etwas über 300 Einwohnern liegt an einer Talweitung auf der rechten Moselseite, ca. 30 km nordöstlich von Trier und ungefähr 31 km südwestlich von Bernkastel-Kues. Der Ort gehört zur Verbandsgemeinde Schweich im Landkreis Trier-Saarburg. Die Mosel legt von Köwerich bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 161 km zurück.

Zum Hunsrück hin erheben sich sanft ansteigende Weinberge über Köwerich. Die vornehmlichen Köwericher Weinlagen befinden sich jedoch an den Steilhängen der gegenüberliegenden Seite. Da von Köwerich aber keine Brücke zum anderen Moselufer führt, müssen die Winzer entweder mit einem Nachen übersetzen oder einen Umweg über die Moselbrücke bei Thörnich in Kauf nehmen. Die Köwericher Weinlagen heißen "Laurentiuslay" und "Held". Sie gehören zur Großlage "St. Michael", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Mehring, Pölich, Schleich, Detzem, Ensch, Thörnich, Klüsserath und Leiwen gehören. 

In Köwerich trägt eine Straße den Namen des berühmten Komponisten Beethoven, dessen Großmutter hier geboren wurde. Sehenswert ist vor allem die Pfarrkirche St. Kunibert, um die sich auch das Dorfzentrum entwickelt hat.

Zur Geschichte

Über die Geschichte von Köwerich ist relativ wenig bekannt. Genannt wurde der Ort erstmals Anfang des 8. Jahrhunderts in einer Schenkungsurkunde zugunsten der Abtei Echternach. Diese besaß hier ein Hofgut. Der Ortsname entwickelte sich aus der lateinischen Bezeichnung "Villa Cariaco" (704) über "Kevirche" und einige Ableitungen zu Köwerich. Der ursprüngliche Name könnte in Verbindung zu einem Personennamen stehen oder auf das lateinische Wort "capra" für Ziege zurückgehen.

Bereits 1330 wurde in Köwerich eine Kirche als Freie Kapelle geführt. Zuvor war sie eine Filiale von Leiwen. Als Grundherren tauchen im 16. Jahrhundert die Herren von Esch auf, die schon im 14. Jahrhundert mit Trierer Gütern in Köwerich belehnt wurden.
1773 wurde Köwerich eine selbständige Pfarrei. Im Zuge der Säkularisation wurde der Echternacher Hof versteigert. Zu dieser Zeit gehörte Köwerich zur französischen und später zur preußischen Bürgermeisterei Leiwen.

Trotz der geringen Ortsgröße erlangte Köwerich alle gemeindlichen Einrichtungen, sogar auch eine Schule. Das erste Schulgebäude wurde 1906 erbaut. Mit dem Ausbau der Mosel wurde 1964 der Fährbetrieb (seit 1835) stillgelegt. Die Errichtung einer Moselbrücke im Nachbarort Thörnich (1963) und der Ausbau der L 48 entlang des rechten Moselufers brachte dem vorher abgelegenen Köwerich eine verbesserte Anbindung an andere Moselorte.

Pfarrkirche St. Kunibert

Die katholische Pfarrkirche St. Kunibert wurde in den Jahren 1873 und 1874 im neugotischen Stil errichtet. Der Saalbau schließt nach Nordosten rund ab. Die dreisetig schließende Sakristei wurde nachträglich an die Chorseite angebaut. Der der Westfassade vorgesetzte Turm wird von einer Schieferpyramide gekrönt.

Das Kreuzrippengewölbe im Innern wird von Halbsäulen getragen. Ein großer Teil der originalen Ausstattung wurde 1962 im Zuge einer Umgstaltung entfernt. Erhalten sind aber noch die beiden sehenswerten Seitenaltäre aus der Spätrenaissance (um 1620), die der Hoffmann-Schule entstammen.
Der linke Seitenaltar wird von einem figürlichen Vesperbild eingenommen. Darunter sind verschiedene Stifterfiguren zu sehen, die kniend und betend ihren Blick nach oben richten. Den oberen Abschluß bildet eine Kreuzigungsgruppe. Auf den Säulen stehen Figuren der Heiligen Anna und Katharina.
Besonders figurenreich präsentiert sich der rechte Seitenaltar. Im Zentrum steht St. Martin, der seinen Mantel für den Bettler teilt. Links und rechts davon erkennt man zwischen Säulen die Figuren des hl. Bischofs Nikolaus und des hl. Sebastian. Über dem Martinsbild ist im oberen Aufbau eine Kreuzigungsgruppe zu sehen. Unter dem Kreuz kniet betend auch die Stifterfigur. Auf dem Gebälk flankieren Figuren der vier Evangelisten die Kreuzigungsgruppe. Die beiden Figuren über den Seitenteilen stellen die Bischöfe St. Eligius und St. Kunibert dar. Beachtenswert ist auch eine Figur des hl. Maternus im Chor. Sie wurde der Friedhofskapelle entnommen.

An der Sakristei befindet sich außen ein Bildstock, aus dem Jahre 1721. Im Aufsatz sieht man ein Vesperbild. Darüber erhebt sich ein Kruzifix. Der Bildstock dient heute auch als Kriegerdenkmal.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Weitere Besichtigungspunkte in Köwerich sind verschiedene Höfe, Weingüter und Wohnhäuser, die alte Schule, die Friedhofskapelle und der Kreuzigungsbildstock auf dem Friedhof.
Auf der linken Moselseite zur Eifel hin steht am Gemarkungsrand von Köwerich, an einem prägnanten Standort über einem Felshang, ein ca. drei Meter hoher Sandsteinblock. Man vermutet, daß es sich hierbei um einen keltischen Menhir handelt.

Tourismusangebote

Bei Köwerich gibt es verschiedene örtliche Wanderwege. Mit dem Fahrrad kann man reizvolle Ausflüge moselabwärts nach Leiwen und weiter nach Neumagen-Dhron unternehmen. Am Ende des Moselbogens hinter Leiwen führt eine Brücke nach Trittenheim. Moselaufwärts führt der Mosel-Radweg über Thörnich nach Detzem und darüber hinaus.
Badefreuden kann man an den heißen Tagen im benachbarten Freibad Leiwen genießen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Am dritten Wochenende im September feiert Köwerich sein Winzerfest, das sogenannte Weinfest - Fest der Traubenreife, das Freunde des Rebensaftes zu einer Weintour einlädt. 

1 Von Trier nach Bernkastel-Kues Mittelmosel

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1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

1.01 Trier an der Mosel
1.01a Porta Nigra
1.01b Amphitheather
1.01c Kaiserthermen
1.01d Palastaula
1.01e Kurfürstliches Palais
1.01f Dom St. Peter
1.01g Liebfrauenkirche
1.01h Marktkirche St. Gangolf
1.01i Hauptmarkt Marktplatz
1.01j Kloster St. Matthias
1.01k Stiftskirche St. Paulin
1.01l  Simeonstift
1.02 Trier-Biewer
1.03 Trier-Pfalzel
1.04 Trier-Ruwer
1.05 Trier-Ehrang
1.05a Burg Ramstein
1.06 Kenn
1.07 Trier-Quint
1.08 Schweich-Issel
1.09 Schweich
1.10 Longuich-Kirsch
1.11 Riol
1.12 Mehring
1.13 Pölich
1.14 Schleich
1.15 Detzem
1.16 Ensch
1.17 Thörnich
1.18 Klüsserath
1.19 Köwerich
1.20 Leiwen
1.21 Trittenheim
1.22 Neumagen-Dhron
1.23 Piesport-Niederemmel
1.24 Piesport
1.24a Wallfahrtskirche
und Kloster Klausen

1.25 Minheim
1.26 Wintrich
1.27 Kesten
1.28 Brauneberg-Filzen
1.29 Neu Filzen
1.30 Brauneberg
1.31 Mülheim (Mosel)
1.32 Veldenz
1.33 Burgruine Veldenz
1.34 Maring-Noviand
1.35 Lieser
1.36 Bernkastel-Kues-Andel

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Mittelmosel

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
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