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1.01g Liebfrauenkirche in Trier an der Mosel

Neben dem Dom und baulich mit ihm verbunden erhebt sich der feingliedrige Bau der Liebfrauenkirche, die seit jeher die Funktion einer Dompfarrkirche ausübt. Sie ist einer der frühesten in rein gotischen Formen errichtete Sakralbauten in Deutschland. Errichtet wurde sie anstelle der früheren südlichen Doppelbasilika aus konstantinischer Zeit, die im 10.Jahrhundert nach der Zerstörung durch die Normannen im Jahre 882 einschiffig wiederhergestellt worden war. Neben der Gottesmutter ist die Liebfrauenkirche auch St. Laurentius geweiht. Die Erbauungszeit der Liebfrauenkirche fällt ins 13. Jahrhundert. Sie wurde mit kurzen Unterbrechungen in drei Phasen zwischen 1235 und 1265 errichtet. 

Außengestalt

Die Liebfrauenkirche weist als Besonderheit einen kreuzförmigen Grundriß auf. Vergleichen läßt er sich auch mit der Darstellung der "Rosa mystica", der mystischen Rose (Ehrentitel der Jungfrau Maria). Von der zentralen Vierung entwickeln sich vier polygonale Arme, in denen sich Kapellen befinden, die einen blütenartigen Zusammenschluß von Apsiden bilden. In ihrer Mitte erhebt sich über zwei Geschossen der Vierungsturm. Die insgesamt strenge Symmetrie wird nur von dem Chor durchbrochen. Zu beiden Seiten des Chores und zwischen den westlichen Kapellenpaaren befinden sich Treppentürme. Die Fenster bestehen an den Kreuzarmfronten aus dreibahnigem, sonst aus zweibahnigem Maßwerk. Der Vierungsturm ist an allen Seiten mit rundbogigen Schallarkadenpaaren versehen. Er wird von einem abgewalmten Satteldach abgeschlossen. Es ersetzt den ehemaligen spätgotischen Spitzhelm, der 1631 Opfer eines Sturms wurde. Alle drei Portale an der West-, Ost- und Nordseite stammen aus der ersten Bauphase vor 1243 und sind rundbogig. Besonders charakteristisch ist das heute geschlossene Westportal, das von einem dichten Gewebe gotischer Plastik und Ornamentik überzogen ist. Eine Westfassade im eigentlichen Sinne existiert allerdings nicht. Den Eingang zur Kirche bildet heute das Nordportal, auch "Paradies" genannt. 

Die Großfiguren der westlichen Schauseite sind zum Teil verlorengegangen, darunter die drei Statuen der Ecclesia (Kirche), der Synagoge und des hl. Johannes. Noch vorhanden ist der Figurenschmuck unter den Baldachinen beiderseits des Portals und des darüberliegenden Fensters, im Tympanon und in den Bogenläufen. Allerdings sind die Originale teilweise durch Abgüsse ersetzt. Unter den Baldachinen sind Abraham mit seinem Sohn Isaak, Noah und darüber vier Propheten zu sehen. In der Mitte des Tympanons thront eine Gottesmutter, links flankiert von der Verkündigung an die Hirten und die Anbetung der Heiligen Drei Könige, rechts von der Darstellung im Tempel und dem Kindermord in Bethlehem. In den Bogenläufen erkennt man lobpreisende Engel mit Weihrauchfässern, Bischöfe, Kirchenväter, Könige mit Musikinstrumenten und schließlich die klugen und die törichten Jungfrauen. Das Figurenwerk schließt im oberen Giebelfeld mit einer Kreuzigungsgruppe ab. Die ganze Schauseite versinnbildlicht somit das Erlösungswerk, das von unten mit den alttestamentlichen Vordeutern seinen Anfang nimmt und oben in der großen Steinmetzarbeit mit der Darstellung des Kreuzestodes Christi seine Vollendung fndet.

Der Figurenschmuck des Nordportals als Verbindungsgang zwischen Dom und Liebfrauenkirche beschränkt sich auf das Tympanon mit einer Darstellung der Marienkrönung durch Christus und St. Michael und die beiden innersten Bogenläufe mit Engelsfiguren mit liturgischen Gefäßen. Noch schlichter ist das Ostportal gestaltet.

Innenraum

"Die Säulen standen wie Stengel von Blumen beieinander, und schaute man in das Gewölbe hinauf, blickte man wie in Blumenkelche; denn alles war vom Licht der Fenster übermalt, so zart und doch gezirkelt genau. Ich wußte damals noch nicht, daß ich in einem der anmutigsten Steinsgezelte stand, die der Geist der Gotik überhaupt je ausgespannt hat." (Stefan Andres, 1949) So äußerte sich der Moseldichter Stefan Andres nach dem Besuch der Liebfrauenkirche in Trier. In der Tat präsentiert sich das Innere dieses Gotteshauses als einer der schönsten Räume deutscher Kunst. Alles wirkt hell, harmonisch, frühlingshaft und aufwärtsstrebend. Die Wände sind weitgehend in Fenster und Blendfenster aufgelöst. Um die Vierung strahlen die zweijochigen, dreiseitig geschlossenen Kreuzarme aus, wobei sich an den östlichen der Chor anschließt und um die vier Pfeiler der Vierung scharen sich die schlanken Säulen des Umgangs, bekrönt von prächtigen Laubkapitellen. Alle zwölf Säulen sind mit spätgotischen Apostelbildnissen versehen. Sie tragen das feinrippige Kreuzgewölbe der Kirche.

Ausstattung

Die ehemals reiche Ausstattung wurde durch die Plünderungen französischer Revolutionstruppen und die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg stark dezimiert. Einige wertvolle Stücke befinden sich heute im Bischöfllichen Diözesanmuseum wie das 1531 errichtete Heilige Grab (Grablegungsgruppe) oder das Grabmal für den Erzbischof Jakob von Sierck von 1462. Das Heilige Grab, ein monumentales Werk mit großen Figuren vom Auferstandenen und den Grabwächtern bekrönt, stand früher im südlichen Kreuzschiff. Die erhaltenen Ausstattungsstücke sind im wesentlichen Grabdenkmäler.

Im "Paradies", also der nördlichen Eingangshalle, ist das Epitaph des Domkantors Johann von Segen († 1564) zu sehen. Es zeigt die Gestalt des Sängers in schöner Gewandung und das Chorbuch haltend. An der gleichen Wand befindet sich ein weiteres Epitaph für den Domvikar Anton von Wiltz († 1628).
In der ersten östlichen Kapelle neben der Eingangshalle thront eine Muttergottes mit Kind. In der nächsten Kapelle zeigt ein spätgotisches Wandgemälde drei Heiligengestalten. Seitlich davon erkennt man das Grabmal des Weihbischofs Karl von Metternich († 1636), eines der bedeutendsten barocken Denkmäler dieser Art in Deutschland. Über dem in Marmor gehaltenen Sarkophag nimmt die Figur des in einem Buch lesenden Geistlichen eine sitzende Stellung ein.

In den übrigen Kapellen sind weitere Grabdenkmäler, Grabmale und Epitaphaltäre von Geistlichen zu sehen, so der Epitaphaltar für den Dompropst Hugo Cratz von Scharffenstein († 1625) mit Nischenfiguren und Reliefbild der Auferweckung des Lazarus in der ersten Nordkapelle, das Epitaph für den Archidiakon Hugo von Schonenburg († 1581) mit Reliefbild der Himmelfahrt Christi in der Kapelle südlich neben dem Westportal und daneben das neugotische Epitaph für Hyacinth Graf von Kesselstatt († 1832), das Grabdenkmal des Domdechanten Emmerich von Quadt († 1742) an der gegenüberliegenden Wand, der Epitaphaltar der Vettern Theodor und Theoderich von Horst († 1624 bzw. 1630) mit Pieta zwischen Heiligengestalten in der östlich an den südlichen Kreuzarm angrenzenden Kapelle, das Grabmal des Weihbischofs Matthias von Eyss (†1729) in der darauffolgenden Kapelle sowie der gegenüberliegende Epitaphaltar für den Dompropst Bartholomäus von der Leyen († 1587) mit Kreuzigungsgruppe.

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