1.17 Thörnich an der Mosel Fahrrad Jet-Ski Detzem Orgel Trier Kloster Brücke Riol keltisch Ortsname Turinga Klüsserath Hl. Maternus Moselbrücke Moseltalbahn

1.17 Thörnich

Der kleine Winzerort Thörnich mit etwa 170 Einwohnern liegt am rechten Moselufer, am Ende einer flachen Landzunge. Verwaltungsmäßig gehört er zur Verbandsgemeinde Schweich im Landreis Trier-Saarburg. Die Entfernung nach Trier beträgt ungefähr 28 km und nach Bernkastel-Kues ca. 33 km. Die Mosel legt von Thörnich bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 164 km zurück.

Von Thörnich aus führt eine Brücke zur anderen Moselseite, wo der Ort an den steilen Hängen vornehmlich seine Weinlagen hat. Dort reift auch der weithin bekannte "Thörnicher Ritsch". Von dieser Weinsorte nahm Bundeskanzler Konrad Adenauer einige Flaschen mit nach Moskau, als er in den 1950er Jahren in die Sowjetunion reiste, um über die Freilassung deutscher Kriegsgefangener zu verhandeln. Die weiteren Thörnicher Weinlagen heißen "Enggaß" und "Schießlay". Sie gehören zur Großlage "St. Michael", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Mehring, Pölich, Schleich, Detzem, Ensch, Klüsserath, Köwerich und Leiwen gehören. 

Zur Geschichte

Der Ortsname ist keltisch-römischen Ursprungs und lautete vermutlich "Turinga" oder "Turniacum". Üblicherweise waren solche Bezeichnungen mit einem Personennamen verknüpft.
Insgesamt gibt es nur wenige Quellen zur Ortshistorie, sodaß das Geschichtsbild von Thörnich sehr lückenhaft ist. Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Ortes stammen aus den Jahren 816 und 893. Demnach gehörte er zum Irminenstift aus Trier. Aber auch das Kloster Prüm hatte hier Nutzungsrechte. Verschiedene Adelsfamilien teilten sich die Besitztümer, Weingüter und andere Güter in Thörnich als Lehen des Erzbischofs von Trier.

Kirchlich gehörte Thörnich wahrscheinlich zur Pfarrei Klüsserath. Bereits 1350 wurde eine Freie Kapelle in Thörnich erwähnt. 1569 wurde sie erstmals im Zusammenhang mit dem Patrozinium des hl. Maternus genannt. Um das Jahr 1700 erbten die Herren von Kesselstatt das Patronatsrecht. Damit verbunden war auch die Grundherrschaft.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Thörnich zunächst zur französischen und später zur preußischen Bürgermeisterei Leiwen. 1803 wurde die Freie Kapllengemeinde zur Filialpfarrei im Kanton Schweich erhoben und war ab 1808 mit einem Vikar der Pfarrei Detzem zugeordnet. 1827 wurde Thörnich schließlich eine eigenständige Pfarrei.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden stieg die Bevölkerungszahl in Thörnich im 19. und 20. Jahrhundert nur geringfügig an und blieb bis heute niedrig. Dennoch erlangte der Ort alle gemeindlichen Einrichtungen. 
1934 wurde Thörnich der Bürgermeisterei Klüsserath zugeordnet. Zu den wichtigsten infrastrukturellen Maßnahmen im 20. Jahrhundert gehören die Eröffnung der Moseltalbahn im Jahre 1903 – dies jedoch nur vorübergehend bis 1968 –, die Errichtung der Moselbrücke 1963 und der Ausbau der L 48.

Pfarrkirche St. Maternus

Die katholische Pfarrkirche wurde in den Jahren 1789 und 1790 erbaut und Maternus, dem dritten Bischof von Trier geweiht. Das Gotteshaus ist eine Schenkung des Grafen Philippus von Kesselstatt. Über dem dreiseitig geschlossenen Saalbau ragt giebelseitig ein achteckiger Dachreiter mit geschiefertem Pyramidenhelm. Über dem barock-klassizistischen Portal steht in einer Nische eine Figur des Kirchenpatrons.

Die Volutendecke stammt wie der größte Teil der Ausstattung aus der Erbauungszeit. Den Tabernakel des hölzernen Hochaltars flankieren Figuren der Bischöfe Maternus und Albinus. Darüber thront der Gekreuzigte. Die Seitenaltäre sind der Muttergottes und dem Schifferpatron St. Nikolaus geweiht. Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert sind die reich geschnitzte Kanzel und die Beichtstühle mit Figuren der Heiligen Cosmas und Damian. Die Bildfenster des Chores, die Orgel und die Empore stammen dagegen erst aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

An der Außenwand der Kirche befindet sich eine Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1869, die 1964 zu einem Missionskreuz umgewidmet wurde.
Beachtenswert ist auch das Sandsteinkreuz mit gußeisernem Korpus auf dem zur Kirche gehörenden Friedhof.

Wegekreuz

In der Nähe des Moselufers steht das möglicherweise älteste Wegekreuz an der Römischen Weinstraße. Aufgestellt wurde es vor der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Als Sockel dient ein früherer römischer Kelterstein.

Weitere Besichtigungspunkte in Thörnich und Umgebung sind einzelne Wohnhäuser, darunter die Winzervilla in der Hauptstraße mit barockisierenden Sandsteinelementen und verschiedene Bildstöcke.

Tourismusangebote

Von Thörnich aus leiten markierte Wanderwege den Wanderer oder Spaziergänger auf rechten Pfaden. Der Mosel-Fahrradweg führt in südlicher Richtung zunächst über Detzem, vorbei am Detzemer Wald und der "Mehringer Schweiz" bis zur römischen Villa gegenüber von Mehring. Moselabwärts geht es über Köwerich nach Leiwen weiter. Von Thörnich aus kann man auch mit dem Fahrrad die Mosel überqueren und seinen Weg in Richtung Ensch oder Klüsserath fortsetzen.

Natülich kommen auch Wassersportfreunde in Thörnich auf ihre Kosten. Die besten Voraussetzungen für Wasserski und Jet-Ski findet man allerdings etwa 2 km flußaufwärts oberhalb der Staustufe Detzem. Thörnich besitzt auch einen Campingplatz.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Die größte Veranstaltung im Thörnicher Jahreskalender ist das relativ junge Weinhöfefest am zweiten Wochenende im September. Über zehn Weingüter laden zu diesem Weinfest mit edlem Moselwein und moseltypischer Küche ein.

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1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
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1.01d Palastaula
1.01e Kurfürstliches Palais
1.01f Dom St. Peter
1.01g Liebfrauenkirche
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1.01i Hauptmarkt Marktplatz
1.01j Kloster St. Matthias
1.01k Stiftskirche St. Paulin
1.01l  Simeonstift
1.02 Trier-Biewer
1.03 Trier-Pfalzel
1.04 Trier-Ruwer
1.05 Trier-Ehrang
1.05a Burg Ramstein
1.06 Kenn
1.07 Trier-Quint
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1.10 Longuich-Kirsch
1.11 Riol
1.12 Mehring
1.13 Pölich
1.14 Schleich
1.15 Detzem
1.16 Ensch
1.17 Thörnich
1.18 Klüsserath
1.19 Köwerich
1.20 Leiwen
1.21 Trittenheim
1.22 Neumagen-Dhron
1.23 Piesport-Niederemmel
1.24 Piesport
1.24a Wallfahrtskirche
und Kloster Klausen

1.25 Minheim
1.26 Wintrich
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