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1.01 Hauptmarkt, Marktplatz, Marktkreuz, Petrusbrunnen, Marktbrunnen, Steipe, Rotes Haus in Trier an der Mosel

Hauptmarkt (Marktplatz)

Vom Hauptmarkt wird gesagt, er sei einer der schönsten Plätze Deutschlands. Er wurde im 10. Jahrhundert als neuer Marktplatz an die Grenze der Domimmunität verlegt. Man setzt sich am besten in ein Cafè oder auf eine Bank und läßt Platz, Architektur und das lebendige Treiben auf sich wirken. Besonders belebt ist der Platz am Samstagvormittag, wenn Markt abgehalten wird. In den Sommermonaten unterhalten Musiker und Magier Touristen wie Einheimische. Der Hauptmarkt hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, in denen sich die unterschiedlichen Baustile widerspiegeln. Besonders erwähnenswert sind das Marktkreuz, der Petrusbrunnen, die Marktkirche St. Gangolf, das Rote Haus und die Steipe. Verschiedene Denkmäler zeigen die versteckte und offene Konkurrenz zwischen kirchlicher und weltlicher Macht innerhalb einer gemeinsamen Stadtmauer. 

Marktkreuz

In der Mitte des Markplatzes ragt auf einem hohen kreuzförmigen Sockel das Marktkreuz empor. Es ist jedoch nur eine Kopie des ältesten der bekannten mittelalterlichen Marktkreuze überhaupt. Das Original steht im Städtischen Museum im Simeonstift. Errichtet wurde es im Jahr 958 von Erzbischof Heinrich I. als Hoheitszeichen und Friedensmal. Hierauf verweist eine stark verwitterte lateinische Inschrift um die Deckplatte des Kapitells. Auf der Rückseite des Kreuzes befindet sich eine zweite Inschrift aus dem Jahre 1724.

Das 5 m hohe Marktkreuz besteht aus einer antiken Granitsäule, die mit einem Palmettenkapitell abschließt. Das Kreuz darüber umschließt das Gotteslamm in der Mitte. Die Kreuzform mit den abgerundeten Ecken ist im Stil englischer und irischer Kreuze des 8. und 9. Jahrhunderts gestaltet. Die Verbindung von Kreuz und Säule zu einem Hochkreuz ist jedoch antiken Ursprungs und hat seine Vorbilder in den von Kaiser Konstantin in Konstantinopel errichteten Triumphkreuzen. Diese Verbindung von römischer Antike und Christentum wollte Erzbischof Heinrich I. auch in seinem Amt verkörpern.

Petrusbrunnen (Marktbrunnen)

Mit dem Petrusbrunnen ziert ein zweites freiplastisches Werk den Hauptmarkt von Trier. Er wurde 1595 von Ruprecht Hoffmann nach dem Vorbild des Nürnberger Tugendbrunnens als Stiftung des Erzbischofs Johann von Schönborn schräg gegenüber dem Marktkreuz errichtet und enthält in seiner Symbolik zahlreiche Spitzen gegen die Stadtregierung.

Über einem achtseitigen Becken erhebt sich eine figurenreiche Säule, die prächtig im Stil der Spätrenaissance gestaltet ist. Die heutige Farbfassung im Stil des 18. Jahrhunderts geht auf eine Restaurierung von 1983 zurück. Um den Brunnenstock scharen sich allegorische Figuren, die die vier Kardinaltugenden Weisheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Mäßigkeit repräsentieren. Sie sind jedoch Nachbildungen. Die Originale befinden sich im Städtischen Museum Simeonstift. Hinter der Justitia (Gerechtigkeit) treibt ein diebischer Affe ein mutwilliges Spiel. Recht unanständig benimmt sich auch sein Verfolger hinter der Temperentia (Mäßigkeit). Über den Kardinaltugenden ergötzen sich Putten auf ihren Delphinen. Darüber blicken vier Gänse auf den Marktplatz. Hoch oben thront St. Peter als Stadtpatron wachsam über dem Marktgetriebe. Als Mahnung ist der lateinische Spruch über den Wasserspeiern zu verstehen. Ins Deutsche übersetzt heißt er:

Glücklich der Staat, wo das Szepter waltet, die Weisheit,
wo Gerechtigkeit die Guten schützt und die Schuldigen straft,
wo Tapferkeit herrscht und Mäßigkeit alles regelt.
Solcher Tugend entquillt wie das Wasser aus springendem Brunnen
jegliches Heil des Volkes und des Staates dauernde Wohlfahrt.

Steipe

Fast herrisch tritt die Steipe, das größte Kleinod des Marktplatzes, aus der Mauerflucht der angrenzenden Häuser hervor. Benannt ist das Gebäude nach den Stützen (in Trierer Mundart Steipen genannt) der ursprünglich offenen Arkadenhalle. Bereits 1430 begann der Stadtrat mit der Errichtung des turmartigen, viergeschossigen Baus. Fertiggestellt war er im Jahre 1483. Das spätgotische Versammlungshaus und Festhaus demonstrierte in früherer Zeit das Selbstbewußtsein der Trierer Stadtbürger gegenüber ihrem Bischof und Kurfürsten. Bis ins 18. Jahrhundert diente es auch als Rathaus. In der Trinkstube gaben die Stadthonoratioren ihrer Zusammenkunft eine Ordnung, die Ende des 16. Jahrhunderts im Statutenbuch der Stadt Trier ihren Niederschlag fand. Im Erdgeschoß tagten die Gerichte. 1944 wurde die Arkadenhalle völlig zerstört, in den Jahren 1968 bis 1970 jedoch im wesentlichen in der ursprünglichen Gestalt wiederaufgebaut.

Schon fast kühn zu nennen ist es, wie das schiefergedeckte Walmdach steil über einem Zinnenkranz emporragt. Über den Arkadenöffnungen im Erdgeschoß sind krabbenbesetzte Kielbögen zu sehen, zwischen denen sich mehrere Statuen Trierer Stadtpatronen zeigen, unter anderem Petrus, Eucharius, Helena, Paulus und Jacobus. Sie symbolisieren den Wunsch der Bürgerschaft auf Gleichstellung mit dem Trierer Erzbischof und Kurfürsten. Die oberen Geschosse sind mit je vier gekuppelten Fensteröffnungen unterschiedlicher Form versehen. Vom ersten Stock schauen gepanzerte Ritter hinab auf den Marktplatz.

Rotes Haus

Westlich an die Steipe schließt sich das Rote Haus an. Seinen Namen erhielt es wegen des roten Anstrichs seiner Sandsteinfassade. Erbaut wurde das dreigeschossige Gebäude im Jahre 1683 für den Bäcker und Domsekretär Johann Wilhelm Polch. Ende des Zweiten Weltkriegs ereilte das Rote Haus das gleiche Schicksal wie die Steipe. Es fiel in Schutt und Asche. Zusammen mit der Steipe wurde es in der Nachkriegszeit aber wiederaufgebaut.

Den Eingang zum Roten Haus bildet ein von Säulen flankiertes Portal. Die Schauseite ist mit bandartig gereihten Rechteckfenstern versehen. Im zweiten Obergeschoß blickt eine Statue des hl. Antonius von Padua herab. Sehenswert sind vor allem die reichen Schmuckformen im Volutengiebel. Die Front trägt über den Fenstern des ersten Obergeschosses die berühmte lateinische Inschrift "Ante Romam Treveris stetit annis mille trecentis, perstet et aeterna pace fruatur, Amen." Ins Deutsche übersetzt lautet der Spruch, der auf die legendenhafte Gründung der Stadt Trier durch einen trojanischen Fürstensohn hinweist: "Eher als Rom stand Trier eintausend und dreihundert Jahre; möge es weiterbestehen und ewigen Friedens sich erfreuen, Amen."

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