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1.01j Abteikirche und Kloster St. Matthias in Trier an der Mosel

Die Abteikirche und Pfarrkirche St. Matthias liegt im Süden von Trier. Von den vier mittelalterlichen Benediktinerabteien ist St. Matthias diejenige, die am weitesten außerhalb der Stadtmauer lag. Wohl deshalb blieb sie in den Kriegen des 17. Jahrhunderts von Zerstörungen verschont. Ursprünglich waren Kloster und Kirche nach St. Eucharius benannt, dem Gründer und ersten Bischof der Kirche von Trier. Ihren heutigen Namen verdanken sie den Gebeinen des Apostels Matthias, die seit dem 12. Jahrhundert hier aufbewahrt werden. 

Zur Geschichte

Die romanische Matthiaskirche aus dem 12. Jahrhundert hatte mehrere Vorgängerbauten. Es war Bischof Eucharius selbst, der in dem Haus einer römischen Senatorenwitwe, bei der er Zuflucht gefunden hatte, eine Johanneskapelle erbaute. In der Gruft soll er wie auch sein Nachfolger Valerius bestattet worden sein. Um 450 ließ Bischof Cyrillus ein größeres Gotteshaus errichten, in das er die Gebeine seiner Vorgänger übertragen ließ. Um die Kirche herum bildete sich ein Priesterkollegium, das spätestens im 8. Jahrhundert die Benediktinerregeln angenommen hatte. Die Kirche fiel wahrscheinlich dem Normannenansturm im Jahre 882 zum Opfer. Ende des 10. Jahrhunderts wurde unter Erzbischof Egbert (977 bis 993) mit dem Neubau eines Gotteshauses begonnen, das erst durch Abt Bertulf (1024 bis 1050) fertiggesellt wurde. Aber auch diese, Eucharius geweihte Kirche wurde nach knapp 100 Jahren durch eine neue, die heutige Matthiaskirche, ersetzt. 

Der Fund eines bleiernen Sarges mit einer Marmortafel und der Inschrift "Der heilige Apostel Matthias" im Jahre 1127 fiel in die Zeit des Baubeginns der neuen Abteikirche. Schon bald verdrängte der Apostelname den des ursprünglichen Kirchenpatrons. Gleichzeitig setzte eine rege Wallfahrtsbewegung zum Apostelgrab ein. 1131 verzögerte ein Brand die Fertigstellung der Kirche. Bei der Weihe im Jahre 1148 durch Papst Eugen II. in Gegenwart des Erzbischofs Albero und des hl. Bernhard, begleitet von Kardinälen, Fürsten und Äbten, war das Langhaus immer noch nicht vollendet. Erst um 1160 konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die alten Klostergebäude durch die heutigen ersetzt.

Unter Abt Johannes Rode (1421 bis 1439) wurden die strengen Benediktinerregeln reformiert, was eine geistige Blüte des Klosters zur Folge hatte. Auch in baulicher Hinsicht tat sich etwas. Nachdem die Matthiaskirche über drei Jahrhunderte unverändert im alten Zustand verblieben war, fand unter Abt Anton von Leiwen im 15. und 16. Jahrhundert ein spätgotischer Umbau statt. Dabei wurden unter anderem Chor und Krypta verlängert und ein neues Gewölbe eingezogen. 1783 fielen die Dächer und die vier Turmhelme einem Schadensfeuer zum Opfer und mußten erneuert werden. Im gleichen Jahr wurde die alte Maternuskapelle des Klosters abgerissen, die dem dritten Bischof von Trier geweiht war. 

Mit der Aufhebung des Klosters 1802 im Zuge der Säkularisation kamen Kirche und Klostergebäude in den Besitz der Pfarrei. Letztere wurden in einen Gutshof umgewandelt. 1922 ließen sich wieder Benediktiner in St. Matthias nieder. In den elf folgenden Jahren wurden die Konventsgebäude und der Kreuzgang bis auf den nördlichen Flügel wiederhergestellt. Bei Restaurierungsmaßnahmen in den Jahren 1964 bis 1967 wurde unter anderem die Kirche neu ausgemalt. Gleichzeitig wurden die römischen Grabkammern auf dem angrenzenden Friedhof freigelegt. 

Der Kirchenbau

Die Matthiaskirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika. Sie weist eine Länge von 75 m und eine Breite von 23 m im Langhaus auf. Betritt man den großräumigen Vorplatz der Matthiaskirche, fühlt man sch beim Anblick des Westbaus mit dem flachgedeckten, balustradengeschmückten Turm wie vor einer Schildmauer, die quer vor dem Langhaus liegt. Ursprünglich war der Westbau wohl als Doppelturmfront vorgesehen. Aus den geplanten zwei quadratischen Türmen entstand dann schließlich der rechteckig quergelagerte Mittelturm. Der Unterbau der Westseite überschreitet um ein weniges die Breite des Langhauses Das mit drei Blendarkaden versehene Zwischengeschoß verbindet mit seinen Schräggiebeln den Unterbau mit den beiden Freigeschossen des Turms auf organische Weise. Diese werden an den Breitseiten von je vier, an den Schmalseiten von je zwei gekuppelten Schallarkaden durchbrochen. Die monumentale Wirkung der Westfassade wird durch den barocken Portalvorbau noch verstärkt. Das mittlere Portal wird von Säulen und Nischenfiguren flankiert. In der Nische des Giebelfeldes ist die Figur des Kirchenpatrons Matthias zu erkennen. Darüber thront in dem Aufsatz eine Muttergottes von 1692.

Das Innere des Westbaus ist in voller Höhe zum Langhaus geöffnet. Das Mittelschiff ist von einem Netzgewölbe überspannt. In den Seitenschiffen sind romanische Kreuzgratgewölbe erhalten. Der Chor stellt einen erhöhten, bühnenartigen Aufbau dar. Die dreischiffige Krypta unter dem Chor setzt sich aus einem romanischen Westteil und einer spätgotischen Ostverlängerung zusammen. An der Grenze zwischen beiden Bauteilen stehen die römischen Sandsteinsarkophage der Heiligen Eucharius und Valerius. Die Krypta ist über 33 m lang und etwa 8 m breit. Der Zugang ist von den Seitenschiffen aus möglich.

Die Restaurierung der Matthiaskirche in den 1960er Jahren hatte eine Umstellung der meisten Ausstattungsstücke zur Folge, so daß sich fast nichts mehr an seinem ursprünglichen Platz befindet. Besondere Beachtung verdienen das Glasgemälde der Kreuzigung im mittleren Chorfenster von 1513, die steinerne Liegefigur des hl. Matthias von 1480 über der neu errichteten Tumba vor der Vierung, eine gleichalte Muttergottes, die beiden ehemaligen Altaraufsätze über den Eingängen zur Krypta mit einer Figur des hl. Antonius und einem Vesperbild, der Altaraufsatz des Grabaltars für den kaiserlichen Geheimrat von Rotenfeld († 1665) mit zwei Reliefbildern aus der Legende des hl. Maternus, die reich geschnitzten Beichtstühle sowie zwei Rittergrabsteine aus dem 14. Jahrhundert und das Epitaph für Abt Mannheim († 1758).

Klostergebäude

Die Klostergebäude der Abtei St. Matthias wurden im 13. Jahrhundert unter Abt Johann von Lothringen (1210 bis 1257) errichtet. Im 18. und 19. Jahrhundert erfuhren sie starke Veränderungen, die sich nicht gerade vorteilhaft auf das künstlerische Erscheinungsbild ausgewirkt haben. Am besten erhalten ist der Ostflügel. Der ehemalige Kapitelsaal (heute Sakristei) im Erdgeschoß öffnet sich zum Kreuzgang hin in einem sehenswerten, spitzbogigen und laubwerkgeschmückten Doppelportal, über dem Reste eines großen Wandgemäldes sichtbar sind. Nach Süden schließen sich der jetzige Kapitelsaal und das Refektorium (Speisesaal) an. Das ehemalige Dormitorium (Schlafsaal) im Obergeschoß enthält heute die Bibliothek. Beachtung verdient auch die 1253 geweihte, 1809 niedergelegte und 1975 rekonstruierte Marienkapelle. Sehenswert ist der spätgotische Altaraufsatz mit Muttergottesbild und Wappen des Abtes Feiden (1644 bis 1675). Das Wappen befand sich ursprünglich in der 1287 geweihten Quiriniuskapelle auf dem Abteifriedhof. Im Bereich der Quiriniuskapelle befinden sich mehrere Grabkammern aus dem 3. und 4. Jahrhundert.

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