1.06 Kenn an der Mosel Maifest Wappen Trier Dorfbrunnen Koblenz Mehring Tennishalle Entfernung Weihwasserbecken Bernkastel Pfalzel Jahrhundert Schilfrohr Darstellung Auge Gottes Veldenz Brunnen Klüsserath Stichkappengewölbe Trierer Kartause Putten Moseltal Chor Schweich Portal Barocke Saarburg Saaburg Moselbrücke Heimatmuseum Scheunentor

1.06 Kenn

Kenn liegt am östlichen Rand der Trierer Talaue, ein Stück von der Mosel entfernt auf dem Plateau einer Niederterrasse am Berghang. Die Entfernung nach Trier beträgt etwa 9 km, der Fahrtweg nach Bernkastel-Kues ca. 51 km. Die Mosel legt von Kenn bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 183 km zurück.
Der Weinort, Obstanbauort und Wohnort mit etwa 2500 Einwohnern gehört zur Verbandsgemeinde Schweich im Landkreis Trier-Saarburg. Die örtlichen Weinlagen heißen "Kenner Held" und "Maximiner Hofgarten".  Sie gehören zur Großlage "Probstberg", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Schweich, Longuich-Kirsch und Riol gehören. Die Obstwiesen breiten sich oberhalb der Weinberge vor den bewaldeten Höhen aus. Östlich von Kenn führt die B 52 über die Mosel nach Trier-Ehrang und Burg Ramstein.

Westlich von Kenn erreicht man Schweich über eine weitere Moselbrücke oder über die A 602, das Autobahndreieck Moseltal bei Longuich-Kirsch und die Autobahnbrücke der A 1.

Zur Geschichte

Bei Kenn ließ die Mosel ein weites Schwemmland entstehen, auf dessen fruchtbaren Boden in der Antike Schilfrohr wuchs. Die lateinische Bezeichnung "canna" für Schilfrohr gab dem Ort auch den Namen. Kenn war demnach schon von den Römern besiedelt. Nachweislich befand sich in der heutigen Dorfmitte ein römischer Gutshof. Funde von Hügelgräbern und Brandgräbern auf der Gemarkung Kenn belegen sogar eine noch ältere Besiedlung.
Als ursprünglich römisches Gut ging Kenn in fränkisches Krongut über. Der Merowingerkönig Dagobert schenkte den Ort bereits im 7. Jahrhundert dem Trierer Stift St. Maximin. Bis zur französischen Besetzung des Mosellandes Ende des 18. Jahrhunderts blieb Kenn mit Ausnahme einer Unterbrechung im 15. Jahrhundert im Besitz der Abtei, die neben der Grundherrschaft auch alle Gerichtsrechte innehatte.
Bereits im 13. Jahrhundert besaß Kenn ein Gotteshaus. Die der hl. Katharina geweihte Kapelle war eine Filialkirche der Pfarrei Longuich, hatte aber den Rang eines Vikariats mit dem Recht der Spendung aller Sakramente. Zwischen 1425 und 1480 kam Kenn durch Verkauf vorübergehend an die Trierer Kartause.
Während der französischen Besatzungszeit gehörte der Ort zur Bürgermeisterei Longuich im Kanton Schweich. 1808 wurde Kenn eine selbständige Pfarrei.

Pfarrkirche St. Margaretha

Die Häuser von Kenn werden überragt von der auf einem Bergvorsprung am Ortsrand stehenden katholischen Pfarrkirche St. Margaretha. Mit dem Bau des Gotteshauses wurde im Jahre 1746 begonnen. Erst 45 Jahre später wurde der dreiseitig schließende Chor angefügt. Im letzten Bauabschnitt errichtete man schließlich den Westturm (1812 ). Er wird bekrönt von einem hohen, spitzen Schieferhelm. 1967/1968 fielen der Chor und ein Teil des Schiffes einem Neubau zum Opfer.
Von dem älteren Gotteshaus ist noch ein Teil des Saalbaus mit Rundbogenfenstern erhalten. Über dem ehemaligen barocken Pilasterportal (Westportal) ist in einer Nische die Figur der hl. Margaretha zu sehen. Das Portal selbst ist inzwischen mit einem Glasbild zugesetzt. Der heutige Kircheneingang zur Turmhalle ist eher schlicht.
Im Innern ruht auf Pilastern ein Stichkappengewölbe. In der Vorhalle befindet sich eine spätgotische Kreuzigungsgruppe. Das Weihwasserbecken daneben ist dem alten Taufstein von 1803 entnommen.

Auf dem Friedhof bei der Pfarrkirche steht ein sehenswertes Sandsteinkeuz mit gußeisernem Korpus. Sehr schön gearbeitet ist auch der Sockel im Stil des Rokoko. Zwischen den Grabkreuzen fällt bsonders eine klassizistische Grabsteinplatte mit Inschrift und einem Kreuzrelief aus dem Jahre 1793 auf.

Rathaus/ehemalige Schule

Das ehemalige Schulgebäude in der Bahnhofstraße 28 dient heute als Rathaus. Selbst die Einzelheiten des in den 1920er Jahren errichteten Gebäudes sind noch authentisch erhalten. Den Eingang erreicht man über eine Treppe und den von einer Stützmauer eingefaßten alten Schulhof.

Maximiner Hof

Im Jahre 1200 wurde in Kenn ein Hof des Trierer Stifts St. Maximin erwähnt. 1812 wurde das ehemalige Weingut im Zuge der Säkularisation versteigert und stark zersplittert.
Das Hauptgebäude des Hofes (Maximiner Hof 3 und 4) aus der Barockzeit schmückt ein stattliches Mansarddach. Der südliche Gebäudeteil diente von 1848 bis 1931 als Schule. Das nördliche Gebäude erhielt 1821 ein neues Portal. An der Stelle des ursprünglichen Portals befindet sich ein Wappen des Abtes Willibrord Scheffer (1738 bis 1762) aus dem Jahre 1739. Im Obergeschoß ist eine Stuckdecke zu sehen mit der Darstellung des Auge Gottes, umgeben von einem Wolkenkranz und Putten.
Die gegenüberliegende Häuserzeile (Maximiner Hof 1 und 2) diente früher unter anderem als Zehntscheune. Sie wird heute zu Wohnzwecken genutzt. Das älteste Gebäudeelement ist ein Torbogen aus dem Jahre 1612.

Heimatmuseum

Das Heimatmuseum Kenn ist in einem Barockhaus aus dem Jahre 1768 (Im Ecken 11) untergebacht. Es dokumentiert die Ortsgeschichte.
Bei den Renovierungsmaßnahmen in den Jahren 1986 bis 1988 orientierte man sich am historischem Bestand des Gebäudes. Über dem klassizistischen Portal ist eine barocke Sandsteinnische zu sehen. Links daneben befindet sich ein altes Scheunentor.
Vor dem Gebäude wurde der Keller einer römischen Villa aus dem 2. Jahrhundert ausgegraben. Teilweise wurde die Anlage in fränkischer Zeit weitergenutzt.
Öffnungszeiten des Heimatmuseums: sonntags von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (Stand Frühjahr 2001).

Heiligenfigur und Wegekreuze

In Kenn begegnet man verschiedenen Zeugnissen christlichen Glaubens. In einer Hauswandnische des 1769 erbauten Pfarrhauses (Waldstraße 1) ist eine barocke Steinfigur des hl. Antonius von Padua mit Jesuskind zu sehen.
Von beachtlicher Größe (1,70 Meter hoch) ist ein Wegekreuz am südöstlichen Ortsrand. Das Sandsteinkreuz trägt die Jahreszahl 1821. Darunter befindet sich eine Pieta, die wie der Korpus des Gekreuzigten als Halbrelief gestaltet ist.
Ein weiteres Wegekreuz steht in der Spitzstraße. Es gehörte ursprünglich zu einem Heiligenhäuschen an der Mosel, das 1794 zerstört wurde.

Dorfbrunnen

Sehenswert ist auch der Dorfbrunnen von Kenn aus der Zeit um 1500. Damit ist er der älteste Dorfbrunnen im Landkreis Trier-Saarburg. Das Wasser fließt aus verschiedenen Fratzen. Den Brunnen schmückt eine spätgotische Sandstein-Fiale, die von einem krabbenbesetzten Pyramidenhelm gekrönt wird.

Tourismusangebote

Der Erholungsuchende findet oberhalb von Kenn ruhige Weinbergswege für gemütliche Spaziergänge vor. Wanderfreunde treibt es dagegen noch etwas höher in die Hunsrückwälder.
Fahrradausflüge bieten sich nach Trier oder moselabwärts an. Allerdings führt der Mosel-Fahrradweg erst ab Longuich-Kirsch direkt am Moselufer entlang. Kurz vor Longuich-Kirsch kann man auch über eine Moselbrücke nach Schweich übersetzen.
Tennisfreunde finden in Kenn eine Tennishalle mit 6 Hallenplätzen und einen Tennisplatz mit 6 Außenplätzen vor.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Zu den wichtigsten Festen in Kenn gehören das Maifest (1. Mai), das Weinfest und Sektfest am ersten Juliwochenende und die Kirmes zwei Wochen später.

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1 Von Trier nach Bernkastel-Kues Mittelmosel

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1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
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