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1.14 Schleich

Der kleine Weinbauort Schleich mit etwa 230 Einwohnern liegt unmittelbar am linken Moselufer, ca. 25 km nordöstlich von Trier und ca. 36 km südwestlich von Bernkastel-Kues. Verwaltungsmäßig gehört er zur Verbandsgemeinde Schweich im Landkreis Trier-Saarburg.
Durch den Bau einer Staustufe im schräg gegenüberliegenden Detzem entstand bei Schleich eine der größten Moselinseln. Die Mosel legt von Schleich bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 167 km zurück.
Neben der Johanneskirche verschönern auch einige historische Häuser das Ortsbild von Schleich, darunter das ehemalige Winzerhaus und Backhaus sowie die Alte Schmiede.
Der Schleicher Moselwein wächst auf einer Anbaufläche von rund 50 ha. Die Schleicher Weinlagen heißen "Sonnenberg" und "Klosterberg". Sie gehören zur Großlage "St. Michael", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Mehring, Pölich, Detzem, Ensch, Thörnich, Klüsserath, Köwerich und Leiwen gehören. 

Zur Geschichte

Schleich wurde 976 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Theoderich (Dietrich I., Erzbischof 965, † 5. Juni [?] 977) zugunsten des Klosters St. Marien aus Trier als "Sleche" erwähnt. Der Name ist germanischen Ursprungs und bedeutet soviel wie Bergabhang. Gemeint ist damit der Moselhang, der für das Ortsbild von Schleich prägend ist. Bereits im 13. Jahrhundert trat der Ortsname in der heutigen Schreibweise auf.

Rund 800 Jahre, bis zum Ende des Trierer Kurstaates, teilten sich bis zu vier Vögte die Herrschaft über den kleinen Ort. Von 1792 bis 1819 hatte dieser ein eigenes Schulgebäude. Danach gingen die Kinder wieder nach Ensch zur Schule. Nach der französischen Besetzung des Mosellandes Ende des 18. Jahrhunderts wurde Schleich der Bürgermeisterei Mehring zugeordnet, zu der es auch in preußischer Zeit gehörte.

Filialkirche St. Johannes

Schleich besitzt keine eigene Pfarrkirche, sondern nur eine Filialkirche. Sie ist Johannes dem Täufer geweiht. Der älteste Teil des Gotteshauses ist der spätgotische Chor aus dem 15. Jahrhundert. An den Chor schließt sich die Sakristei unter einem Pultdach an. Das dreiachsige Schiff wurde 1788 erbaut. Die Seitenwände des Schiffes werden von jeweils drei Bogenfenstern durchbrochen. Der quadratische Dachreiter wird von einem achtseitigen Spitzhelm nach oben abgeschlossen. Die Mauernische über dem Portal ist leer.

Das Schiff hat eine Volutendecke, während die Decke des Chores kreuzrippengewölbt ist und von Wandsäulen getragen wird. Der größte Teil der Ausstattung stammt aus der Erbauungszeit, so zum Beispiel das barocke Sakramentshäuschen im Chor. In den Scheitelsteinen erkennt man Figuren von Petrus und Christus mit Lamm. Die Konsolfiguren des Tabernakelaltars stellen Johannes den Täufer und den hl. Nepomuk dar. Die beiden Bildfenster des Chores aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen die Heiligen Elisabeth und Zacharias. Beachtenswert sind auch das spätgotische Kruzifix und die spätgotische Pieta am linken Seitenaltar.

Neben dem Kircheneingang steht rechts an der Außenwand ein Bildstock aus dem Jahre 1679. 1712 wurde er zu einem Missionskreuz umgewidmet. Darauf verweist eine lateinische Inschrift. Den oberen Abschluß des Bildstocks bildet ein Kruzifix. Darunter ist eine Passionsdarstellung als Flachrelief zu sehen. Am Pfeilerschaft befindet sich unter einem Engelskopf eine Darstellung des hl. Petrus mit den Attributen Kreuz und Schlüssel. Nach Osten schließt sich der zur Kirche gehörende Friedhof an.

Wegekapelle

Am Moselufer steht eine kleine Wegekapelle, ein Satteldachbau mit Fachwerkgiebel. Im Innern befindet sich die Kopie eines Vesperbildes, das jetzt in der Dorfkirche aufgestellt ist. An der Außenwand sind Hochwassermarken angebracht.

Alte Schmiede

Die Alte Schmiede in der Weiherbachstraße ist ein 1925 errichtetes Bruchsteingebäude mit Satteldach und seltener Kappendecke. Die Werkstatt mit ihren technischen Einrichtungen, darunter eine Feuerstelle aus dem Jahre 1937 und eine alte Bohrmaschine mit Riemenwerk, ist nach einer Restaurierung gut erhalten. Ausgestellt sind auch die klassischen Schmiedewerkzeuge wie Hammer, Amboß und Zangen. Eine Fotoreihe dokumentiert den Schmiedealltag vergangener Tage und damit ein Stück Ortsgeschichte.
Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts versorgte die historische Schmiede vor allem Winzer und Landwirte mit Werkzeugen, Nägeln, Faßringen und Hufeisen. Ein seitlicher Graben deutet auf die Mitbenutzung der Wasserkraft hin.

Weitere Anziehungspunkte in Schleich sind das Winzerhaus mit vorgesetztem Backhaus in der Kapellenstraße, ein Satteldachbau mit Steilgiebel aus der Zeit um 1600, der Dorfbrunnen in der Ortsmitte sowie ein Sandsteinbildstock, das sogenannte Zitronenkrämerkreuz, auf der Hochfläche der Moselberge.

Tourismusangebote

In der Umgebung von Schleich gibt es verschiedene örtliche Wanderwege. Radwege führen sowohl moselaufwärts als auch moselabwärts. Es besteht auch die Möglichkeit eines Rundweges mit dem Fahrrad: von Schleich aus zunächst in Richtung Norden über Ensch, hinter Ensch über die Moselbrücke nach Thörnich, dann in südlicher Richtung über Detzem und vorbei an der reizvollen Landschaft des Detzemer Waldes und der Mehringer Schweiz bis zur römischen Villa gegenüber von Mehring, von dort über die Moselbrücke nach Mehring und über Pölich zurück nach Schleich.
Ideale Voraussetzungen finden Wassersportler aufgrund der breiten Wasserfläche oberhalb der Staustufe Detzem-Schleich vor. Mit 9 Metern Höhe ist sie die höchste der Mosel.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Die jährlichen Weinfeste in Schleich sind die Weinkirmes Ende Juni und das als Straßenfest inszenierte Weinfest am dritten Juliwochenende mit edlem Moselwein und traditionellen Moselgerichten.

1 Von Trier nach Bernkastel-Kues Mittelmosel

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1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

1.01 Trier an der Mosel
1.01a Porta Nigra
1.01b Amphitheather
1.01c Kaiserthermen
1.01d Palastaula
1.01e Kurfürstliches Palais
1.01f Dom St. Peter
1.01g Liebfrauenkirche
1.01h Marktkirche St. Gangolf
1.01i Hauptmarkt Marktplatz
1.01j Kloster St. Matthias
1.01k Stiftskirche St. Paulin
1.01l  Simeonstift
1.02 Trier-Biewer
1.03 Trier-Pfalzel
1.04 Trier-Ruwer
1.05 Trier-Ehrang
1.05a Burg Ramstein
1.06 Kenn
1.07 Trier-Quint
1.08 Schweich-Issel
1.09 Schweich
1.10 Longuich-Kirsch
1.11 Riol
1.12 Mehring
1.13 Pölich
1.14 Schleich
1.15 Detzem
1.16 Ensch
1.17 Thörnich
1.18 Klüsserath
1.19 Köwerich
1.20 Leiwen
1.21 Trittenheim
1.22 Neumagen-Dhron
1.23 Piesport-Niederemmel
1.24 Piesport
1.24a Wallfahrtskirche
und Kloster Klausen

1.25 Minheim
1.26 Wintrich
1.27 Kesten
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1.29 Neu Filzen
1.30 Brauneberg
1.31 Mülheim (Mosel)
1.32 Veldenz
1.33 Burgruine Veldenz
1.34 Maring-Noviand
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